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Snipperclips

Malte | 01.04.17 | / | 1 Kommentar


Oder: Das perfekte Pärchenspiel


Quelle: https://cdn03.nintendo-europe.com/media/images/10_share_images/games_15/nintendo_switch_download_software_1/H2x1_NSwitchDS_Snipperclips_deDE.jpg

Seit dem 3. März gibt es die Nintendo Switch im Handel. Damit einhergehend gibt es einige valide Kritikpunkte, die vom Kauf abraten: Der hohe Preis, kleine Macken der Technik, kaum Spiele zum Launch.
Da ich allerdings unbedingt das neue Zelda spielen wollte, war mir das alles ziemlich egal und ich habe mir die Konsole direkt am ersten Tag gekauft. Zufälligerweise hatte ich auch noch etwas Geld auf meinem eShop-Konto, welches ich in ein kleines Spielchen steckte, von dem ich zu Beginn nicht wusste, was mich erwarten würde. Der Titel des Artikels verrät das ganze natürlich sofort, daher brauche ich hier gar nicht großartig geheimnisvoll tun, sondern direkt sagen: Wenn ihr Lust habt, Menschen vor eine Konsole zu bekommen, völlig egal, ob diese schon Videospielerfahrung mitbringen oder nicht, dann holt euch Snipperclips! Es mag minimalistisch aussehen, fast schon zu kindlich, allerdings holt ihr euch mit diesem Spiel ein wunderbares Puzzleerlebnis ins Haus, welches vor allem zu zweit oder zu viert unfassbar viel Spaß bereitet.

  "Alleine ist das gesamte Spiel eher hakelig als unterhaltsam."


Snipperclips ist ein Spiel für ein bis vier Menschen. Der Einzelspieler beinhaltet allerdings trotzdem zwei Figuren, wobei ihr durch Knopfdruck zwischen diesen hin- und herwechselt. Im Multiplayer wird die zweite Figur einfach von der zweiten Person gesteuert. Das ist im Übrigen auch die Spielweise, die ich euch empfehlen möchte. Alleine ist das gesamte Spiel eher hakelig als unterhaltsam. Wenn ihr euch nicht miteinander absprechen könnt, euch unterstützt oder euch auch mal einen Streich spielt, wird das Spiel eher zur Arbeit anstatt zum Vergnügen.
Ihr habt nämlich die Möglichkeit, eure kleinen Papierwesen übereinander zu platzieren und einen Knopf zum Schnibbeln zu drücken. Der überlappende Bereich wird dann aus der zweiten Figur herausgeschnitten. So müsst ihr euch gegenseitig in Form schneiden, um diverse Rätsel zu lösen. Verschnibbelt ihr euch einmal, reicht ein fester Knopfdruck und euer Papierfigürchen wird in den Ursprungszustand zurückversetzt.
Die Aufgaben, die sich euch stellen, sind dabei äußerst vielfältig. Ihr müsst entweder vorgezeichnete Figuren nachstellen, Bilder passgenau ausschneiden, Basketbälle in Körbe transportieren, angeln, Zahnräder bewegen und vieles mehr. Alles, indem ihr eure Figuren so schneidet, wie es für euch Sinn ergibt. Das schöne dabei ist: Ihr MÜSST nicht unbedingt schnibbeln. Durch die physikbasierten Rätsel ist es auch möglich, völlig individuelle Lösungswege anzugehen, die ihr euch so ausgedacht habt. Ein Rätsel so zu schaffen, verleiht einem ein unfassbar gutes Gefühl. Ein Beispiel: Durch zwei Rohre floss eine schleimige Flüssigkeit und traf dabei auf kleine Smileys. Aufgabe war es, diese Berührungen zwischen Flüssigkeit und Smileys zu verhindern. Zu Beginn versuchten wir noch, unsere Figuren so zu formen, dass der Strom einfach abgelenkt wurde. Als dies irgendwann nicht mehr funktionierte, schnitten wir Behälter in unsere Figuren, hängten diese über die Rohre und verhinderten so jeglichen Austritt der Flüssigkeit. Die Erkenntnis, dass wir das so auch von Anfang an hätten machen können, führte zu großem Gelächter.
Gelacht wird allerdings auch, wenn die Absprachen untereinander doch nicht so gut funktionieren und eine Figur plötzlich beginnt, die zweite aggressiv wegzuschnibbeln, bis nur noch ein kleiner Fetzen übrig ist. Der kooperative Gedanke wird dann ganz schnell beiseitegeschoben und der Rätselbildschirm wird zu einem Kriegsfeld. Das hat das Spiel ebenfalls begriffen, weswegen es einen kleinen Spielmodus für den Wettstreit gibt. Dort spielt ihr entweder gegeneinander Basketball, Hockey oder eben ein Schnibbelduell. Diese Modi machen allerdings nur kurzzeitig Spaß, da dieses Zerfetzen der zweiten Spieler vor allem dann reizvoll ist, wenn dieser nicht damit rechnet und sich gerade präzise für einen Schnitt platziert. Ich bin ein sehr schadenfroher Mensch, wodurch ich jubelnd auf der Couch umherhüpfe, jemandem so kurz vor einer erfolgreichen Mission einen Strich durch die Rechnung zu machen. Hinzu kommt dann das dezente Gefühl von Angst, weil man danach nie weiß, ob und wann der oder die Mitspieler*in zurückschlagen wird.
Quelle: https://pbs.twimg.com/media/C2WJb5-VQAEieGY.jpg

 "Lacht gemeinsam und knobelt kreativ an den Lösungen für diverse Rätsel!"


Schade am Spiel ist nur, dass der Umfang für den Zwei-Spieler*innen-Modus  von 3 Welten mit je 15 Rätseln ziemlich mau ist. Der kompetitive Modus verliert schnell an Reiz und der Vier-Spieler*innen-Modus steht vor dem gleichen Problem wie zu Beginn erklärt: Ihr könnt ihn zu zweit spielen, wobei man zwei Figuren auf einmal kontrollieren muss. Auch hier wird die Steuerung also sehr hakelig und der Modus entfaltet seinen vollen Reiz demnach nur, wenn ihr zu viert vor der Konsole sitzt. Dann steigt Spaß und Chaos zwar exponentiell an, diese Möglichkeit taucht zumindest in meinem Umfeld allerdings sehr selten auf. Das heißt also, dass ihr, wenn ihr alleine seid, gänzlich auf das Spiel verzichten könnt und zu zweit der Spaß schnell vorbei ist. Trotzdem würde ich euch eine warme Empfehlung aussprechen. 20€ sind zwar alles andere als günstig für den geringen Umfang, allerdings hatte ich dafür ein paar Stunden riesigen Spaß zu zweit.
Stellt Freundschaften und Beziehungen auf die Probe, ohne euch gleich durch zu hohen Frust die Köpfe einzuschlagen, lacht gemeinsam und knobelt kreativ an den Lösungen für diverse Rätsel. Denn wenn man so gut mit einem Spiel abschalten kann, ist das Geld definitiv nicht gänzlich falsch investiert!

Quelle: https://pbs.twimg.com/media/C2WJb5-UUAAlqCK.jpg

Gesprächsstoff #001 - Die 3 wichtigsten Ereignisse der Weltgeschichte

Jay Nightwind | 21.03.17 | / / / | 9 Kommentare


Das sagt Jan:
Rosa Parks
1955 weigert sich Rosa Parks ihren Platz im Bus einem Weißen zu geben, nachdem alle Plätze in der Sektion des Busses für Weiße bereits belegt waren. Sie wurde damit eines der vielen Gesichter, die ungerechte Rassengesetze angefochten haben.
Diese Frau weigerte sich, ihren Unterdrückern nachzugeben. Nicht in einem spektakulären Rahmen, sondern da, wo häufig die brutalsten Ungerechtigkeiten stattfinden: In unserer Lebensnähe, jeden Tag.

Macht findet sich halt nicht nur in der politischen Spitze, sondern auch im Alltag. Wir missbrauchen sie, um eigene Priviligien zu sichern, in dem Glauben, andere würden sie uns nehmen wollen. Aber Macht kann mensch sich nicht alleine schaffen, sie wird immer gegeben. Und wenn Macht missbraucht wird, dann muss sie wieder genommen werden. Jeder Souverän über einem Volk hat seine Macht vom Volk bekommen, schon alleine, weil sie sich unterordnen. Rosa Parks ist für mich Sinnbild für die Einfachheit des Protests. Es braucht keine Gewalt, Wissenschaften oder Heldentaten, um bestehende Verhältnisse zu bekämpfen. Es reicht manchmal, sich zu weigern.

Mondlandung
Ich habe sie nicht aktiv erlebt, aber sie prägte meine Jahre als Kind. Mein erstes Lego-Set war die Raumstation (mit Benni aus dem Lego-Film!) und als Kind wollte ich Gärtner auf dem Mond werden. Es gibt da draußen mehr. Es war der nächste logische Schritt für mich als Kind. Wenn die Konflikte auf der Welt gelöst sind, fangen wir unsere Historie von vorne an, in dem wir wieder Wandern. Unser Planet als die Höhle die wir verlassen, um neue Lande, Möglichkeiten und Herausforderungen zu entdecken. Wieder würden wir uns über ewige Zeiten an die neuen Bedingungen anpassen. Und auch wenn ich es nicht mehr miterleben würde, dachte ich, wir könnten die Generationen sein, die den Sprung auf die nächste Ebene schaffen. Da

In meiner Überzeugung bräuchte sich dann auch keiner mehr um die Erde streiten. Die Ziele der Menschheit wären größer als die bestehenden Konflikte. In meiner Ausbildung habe ich gelernt, dass wir als Kleinkinder - nach dem Entwicklungspsychologen Piaget - Dinge lernen, in dem wir ausprobieren und daraus Muster ableiten. Erst können wir greifen. Dann greifen wir alles. Wenn das geht, wissen wir wie man greift. Klar, den Planeten Erde haben wir auch noch nicht vollständig erschlossen, aber warum nicht kindlich neugierig bleiben. Da draußen gibt es soviel zu entdecken, soviel zu probieren, soviele Sterne, die wir uns in den Mund stecken müssen, um herauszufinden, wie sie funktionieren könnten. 

Gründung der Arbeiterjugend
Es könnte auch ein anderer Jugendverband sein, aber über die lange Zeitschiene gesehen, bin ich nun mal bei einer Nachfolgerin der Arbeiterjugend gelandet. Eine Organisation junger Menschen als eigenes Lebensumfeld in dem sie Utopien entwickeln, aber auch leben können, hat für mich besondere Bedeutung.

Die Gesellschaft nimmt den Menschen mit jugendlichem Alter immer mehr Möglichkeiten sich die eigene Wirksamkeit und Relevanz für die Gesellschaft zu zeigen. Gefühlt werden diese Einschnitte immer brutaler, da Jugendliche stark verschult, eingebunden, überfördert und überfordert werden. Eine freie Freizeit gibt es kaum mehr, Bereiche in denen Verantwortung und Teilhabe gelernt werden können, müssen erkämpft werden. Jugendverbände und Jugendhäuser bestärken in der Eigenaktivität.

Auch wenn ich politisch nicht immer mit meinem Verband übereinkomme, bin ich jeden Tag dankbar, für die Möglichkeiten und Entwicklungen, die ich dort erfahren durfte. Ich habe Kompetenzen erworben, die meinen Charakter und dadurch mein Leben geprägt haben. Der Jugendverband hat mit Bestätigung gegeben, als Familie es verpasst hat und hat mir erlaubt mich zu verwirklichen, als mir andererorts die Möglichkeiten fehlten. 


Und Tobi findet:
Erfindung der Dampfmaschine

Es war irgendwie abzusehen, dass ich als Hobby- und Berufseisenbahner mit diesem Punkt aufkreuze. Denn ohne die Dampfmaschine wären wir wohl nicht da, wo wir heute sind, eisenbahntechnisch gesehen.
Denn hätten James Watt und weitere kluge Köpfe im 18. Jahrhundert diese Maschine nicht entwickelt, wäre es womöglich nicht so schnell zur ersten Dampflok gekommen.
Die Dampflok ist zwar ökologisch betrachtet jetzt nicht unbedingt optimal aber auf ihr basieren alle Züge, die heute durch die Länder fahren. Von der Museumsdampflok bis hin zum hochmodernen Hochgeschwindigkeitszug.
Und auch wenn es aktuell, in Deutschland zumindest nicht so aussieht, der Transport auf der Schiene von Personen und Gütern ist immens wichtig für die Entlastung der Straßen und für die Entlastung der Umwelt

Elvis Presley
Man kann über die Musik Presleys denken, wann man möchte. Ich für meinen Teil kann sagen, dass es absolut nicht meine Welt ist.
Doch seine Musik war wichtig, denn daraus hat sich viel entwickelt.
In den 50ern startete die Rock 'n' Roll- Welle, für die Presley einer der ersten und wichtigsten Vertreter war. Aus ihr entwickelten sich in den folgenden Jahrzehnten so ziemlich jeder Musikrichtung, die auch nur im Entferntesten etwas mit Rock zu tun hatte.
Genres wie Grunge, Progressive- Rock, Metal hätte es so vielleicht nie gegeben, wenn es den Rock 'n' Roll nicht gegeben hätte.
Und Presley hat ihn salonfähig gemacht. Merci vielmals.

Erfindung des Buchdruckes Als Johannes Gutenberg im 15. Jahrhundert den Buchdruck erfand, wurde ein wichtiger Schritt für die Zukunft getan.
Dadurch, dass Schriften nun viel einfacher vervielfältigt werden konnten, konnten Wissen und Informationen viel einfacher und vor allem viel preiswerter verbreitet werden.
So gesehen basiert die Moderne auf eben jener Erfindung.
Der Einfluss auf die Bildung, auf Katastrophenschutz (durch Verbreiten von Informationen) und so ziemlich jeden anderen Aspekt des alltäglichen Lebens ist immens und dafür können wir definitiv den Hut ziehen.

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Andy sagt:
Ich fühl mich gar nicht richtig in der Lage zu sagen, was die 3 absolut wichtigsten gesellschaftlichen
Ereignisse der Weltgeschichte sind. Dafür bin ich zu wenig Experte, kenne zu wenig Variablen. Deshalb versuche ich an dieser Stelle, Ereignisse aufzulisten von dennen ich denke, dass sie mein bzw. unser Leben hier sehr stark beinflusst haben. Ob sie tatsächlich die wichtigsten sind, möchte ich nicht entscheiden. Es sind nur Vorschläge oder Norminierungen.

Entdeckung des Penicillins
Alexander Flemming,  seines Zeichens schottischer Bakteriologe, hat 1928 Penecillin in einem Schimmelpilz entdeckt. Penecillin hatte antibakterielle Wirkung und wurde somit zum ersten Antibiotika der Welt. Schlagartig änderte sich die durchschnittliche Lebenserwartung eines Menschen um 10 Jahre. Nach oben! Penicilin führte dazu, das wir bakterielle Infektionen sicher und effizient bekämpfen konnten. Sei es nun bei Wundinfektionen nach Operationen oder bei bakteriellen Lungenentzündungen. Plötzlich hatte man tatsächlich ein wirksames Mittel gegen Bakterien entdeckt.
Die Entdeckung von Penicillin und anderen Antibiotika hat unsere Gesellschaft maßgeblich verändert und spielt auch in unserer heutigen Gesellschaft eine große und wichtige Rolle.

Das Manhattan Projekt und andere Atomwaffentests
Atomwaffen sind ziemlich scheiße. Verrückt wie viel Wissenschaft Menschen auf sich nehmen um sich gegenseitig möglichst effizient zu töten..
Die Entwicklung von Atomwaffen führte zum Ende des zweiten Weltkriegs und einer ganzen Ära der Angst im kalten Krieg. Ich glaube unsere Geschichte wurde ganz enorm von diesen Waffen geprägt.
Auch wenn wir heutzutage kaum noch was davon spüren. Die Möglichkeit ganze Nationen mit einem Knopfdruck auszuradieren ist eine neue, nie da gewesene Option.


Marshall Plan und die Gründung der Bundesrepublik Deutschland
Nach dem zweiten  Weltkrieg war Deutschland zerstört und wirtschaftlich am Ende. Die USA verabschiedete 1948 ein Wirtschaftswiederaufbauprogramm mit Krediten, Rohstoffen und Lebensmitteln. Nach diesen 4 Jahren ging es Deutschland (und anderen westeuropäischen Staaten) wirtschaftlich wesentlich besser als vor dem Krieg. Während der nächsten zwei Jahrzehnte kam es in ganz Westeuropa zu einem nie da gewesenen Wohlstand. Es wird als Nachkriegsboom bezeichnet. Ich bin zu wenig Wirtschaftswissenschaftler um eine fundierte und stichhaltige Analyse des Plans und der Wirtschaft zu dieser Zeit liefern zu können. Sorry. Aber ich glaube das der Marshallplan maßgeblich beinflusst hat, wohin sich meine jetzige Heimat entwickelt hat. Unsere jetzige wirtschaftliche Stärke wäre ohne die Hilfe der USA wahrscheinlich nicht zustande gekommen. Aber wie gesagt, dass ist Westentaschen Wirtschaftwissenschaft meinerseits. Außerdem wurde kurz danach die Bundesrepublik Deutschland gegründet und das Grundgesetz verabschiedet. Ich denke, dass das ein unheimlich wichtiger Meilenstein für unsere weitere Entwicklung war.

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Malte meint:

Industrielle Revolution
Ich würde die industrielle Revolution als Fluch und Segen zugleich bezeichnen. Legte sie einerseits den Grundstein zur Ausbeutung diverser Arbeistkräfte und teilte die Gesellschaft in Arbeitgeber und Arbeitnehmer, welche sich fortsetzte und letztendlich zum Kapitalismus führte, wie wir ihn heute kennen, kamen durch die Nutzung diverser Maschinen und den damit größeren Produktionsmengen auch mehr Menschen an diverse Gegenstände, die den Lebensalltag erleichtern und bereichern konnten. Maschinen, größere Mengen an Büchern, Fahrzeuge. Also Gegenstände, die einiges an Komfort für zukünftige Generationen bereit hielten und worauf wir nicht mehr verzichten möchten. Technische Errungenschaften sind fast nie etwas schlechtes. Problematisch ist oft nur, was der Mensch daraus macht und wie er sie verteilt.

Die Nutzung der Elektrizität
Zuerst wollte ich etwas von der Entdeckung schreiben, etwas Recherche zeigte mir aber den logischen Schluss, dass die Existenz von Elektrizität weit vor der Nutzung bekannt war. Dementsprechend beschränke ich mich auf den Zeitpunkt, den ich nichtmals konkret festlegen kann, ab dem Elektrizität wirklich flächendeckend eingesetzt wurde. Ich bin generell ein Mensch, der Fortschritt auf jeder Ebene feiert, dementsprechend legte die Nutzung der Elektrizität die Basis für alle weiteren Errungenschaften, die in den letzten Jahrzehnten eine nie vorher dagewesene Fortschrittsgeschwindigkeit erzeugte. Es gibt viele Sachen, auf die der Mensch verzichten kann und die wirklich dem reinen Komfort dienen. Ein Leben ohne Elektrizität wäre für mich allerdings unvorstellbar und ich halte es für ein Unding, dass es immer noch Orte auf der Welt gibt, denen dieser Fortschritt nicht ermöglicht wird.

1933 - 1945
Der schwärzeste Fleck der Menschheitsgeschichte, der das Weltgeschehen beeinflusst hat wie kaum ein anderes Ereignis. Erinnerungskultur, kollektive Schuld und der generelle Umgang mit Nationalismus sind Themen, die heute noch thematisiert werden. Der Grundsatz Adornos, dass Auschwitz sich nie wiederhole, ist eine der größten Maximen, die ich mir in meinem täglichen Handeln vor Augen halte. Menschen, die der Zeit hinterhertrauern oder der Meinung sind, doch endlich mal wieder ohne schlechtes Gewissen stolz sein zu dürfen auf dieses Land, denn schließlich hätten wir alle überhaupt nichts mit unserer Vergangenheit zu tun, gibt es leider noch viel zu häufig.


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"Gesprächsstoff" ist eigentlich eine so genannte Talkbox. Mit Fragen, die zum Gespräch anregen, weil sie nicht so aufgebraucht sind wie andere. Wir nutzen ein paar der Fragen des Basis-Sets, um unsere Gespräche hier im Blog anzuregen. Denn als Blogteam sind wir eigentlich in einer Kennenlernphase, wo es natürlich darum geht, herauszufinden, wer die anderen so sind. Aber wir wollen natürlich auch gerne mit euch sprechen und diskutieren, die Anreize nutzen und von euch neue Impulse bekommen. Also geht die Eingangsfrage natürlich auch an euch und wir freuen uns auf eure Kommentare.

Eieiei, ich hab noch nie... 12 Monkeys gesehen!

Malte | 04.12.16 | / | 1 Kommentar

Quelle: http://www.amadei33.com/2016/06/12-monkeys-aka-twelve-monkeys-1995-usa.html
Auf Youtube habe ich vor einiger Zeit mal eine Videoreihe entdeckt, in der sich der Ersteller mit Videospielen befasst, die jeder Mensch kennt und gespielt hat... außer ihm. So beschreibt er seine Erfahrungen mit diesen Spielen nach heutigen Standards, inwiefern die Mechaniken funktionieren oder ob die Spiele ihren Ruf verdienen. Ein sehr schickes Format, was ich euch nur ans Herz legen kann, daher hier mal der Link zur Playlist.

Ich würde am liebsten durch die Zeit reisen, mir eine Ohrfeige dafür verpassen und mich vor den Film setzen.


Warum erzähle ich euch das jetzt? Schlaue Köpfe sehen die Antwort darauf bereits im Titel des Blogbeitrags, ich führe es aber trotzdem mal aus. Gestern Abend scrollte ich durch diverse Streaming-Dienste, als ich auf die Serie 12 Monkeys stieß. Was ich wusste: Die Serie soll ganz gut sein und sie basiert auf Terry Gilliams SciFi-Zeitreise-Werk. Mein Problem: Ich habe diesen Film noch nie gesehen und das, obwohl mir seit Jahren gesagt wird, wie sehr ich ihn mögen werde! Also habe ich diesen Umstand kurzerhand geändert und mich dazu entschlossen, euch davon zu berichten. Eben genau wie in der eingangs erwähnten Videoreihe, nur eben auf Filme bezogen. Da gibt es nämlich einiges für mich, was noch nachzuholen ist.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Wow, ich habe 12 Monkeys gesehen! Und bevor ich euch hier auf die Folter spanne, Argumente gegeneinander aufwiege und am Ende ein überraschendes Fazit ziehen werde, mache ich das ganze mal zu Beginn: Wieso habe ich so lange auf diesen Film gewartet? Ich würde am liebsten durch die Zeit reisen, mir eine Ohrfeige dafür verpassen und mich vor den Film setzen, als ich zum wiederholten Male in den ersten zwei Minuten weggezappt habe. Und der Film zeigt ja auch, wie es geht. 2035 gibt es nämlich überdimensionale Zahnpastatuben, die einen in die Vergangenheit pressen. Läuft also, in 19 Jahren hau ich meinem früheren Ich auf die Schnauze!

Quelle: http://www.mensjournal.com/expert-advice/the-best-post-apocalyptic-movies-ranked-by-imminent-danger-20150512/4-12-monkeys-1995

„Wie zum Geier kommt jemand darauf, dass Menschen sich jemals so artikulieren?“

 

Ich mag Science Fiction, ich mag die Darstellung von Dystopien und ich mag Zeitreisen. Es hätte mir direkt klar werden müssen, dass dieser Film aus dem Jahre 1995 genau mein Ding sein muss. Allerdings hat es auch jetzt einige Zeit gedauert, bis ich vollkommen in die Geschichte gezogen war. Das liegt vor allem an Gilliams typischer Machart von Filmen. Enorm viele CloseUps, wackelige Kamerafahrten um die Charaktere herum, enge Räume, in denen die Szenarien ablaufen. Hinzu kommen dermaßen gekünstelte Dialoge der Menschen, die im Film in der Zukunft leben, bei denen ich mir denke: „Wie zum Geier kommt jemand darauf, dass Menschen sich jemals so artikulieren?“
Na gut, im Jahr 2035 leben nur noch sehr wenige Menschen auf der Erde, allesamt unterirdisch, da an der Oberfläche ein gefährlicher Virus die Luft kontaminiert. Wer weiß, wie solche Umstände das Sprachverhalten beeinflussen. James Cole, gespielt von Bruce Willis, ist ein Gefangener in dieser Welt, der die Chance bekommt, seine Haftzeit zu verkürzen, indem er zurück in die Vergangenheit reisen soll, um dort Informationen aus der Zeit vor dem Virus zu erhalten, welche die Menschheit in der Zukunft retten könnten. Der einzige Hinweis für ihn ist, die Armee der 12 Monkeys aufzuspüren, welche mit dem Virus in Verbindung stehen soll.Als er dies in der Vergangenheit erzählt, glaubt ihm natürlich niemand, er landet in der Psychiatrie und entwickelt eine Beziehung zu seiner Therapeutin, die sich durch den ganzen Film zieht, entwickelt und vertieft. Dieses Zusammenspiel ist sehr schön und interessant gezeichnet und für einen Gilliam-Film auch erstaunlich nachvollziehbar. In der Psychiatrie stößt Cole allerdings auch noch auf einen weiteren Charakter, der das absolute Highlight des Films ist und bleibt: Ein junger Brad Pitt, der die Rolle eines psychisch kranken Patienten so ausgezeichnet spielt, dass der komplette Film sich allein schon für seine Einlagen lohnt.

Quelle: http://entertainmentguidefilmtv.blogspot.de/2011/11/12-monkeys-1995.html

 

Die Sache mit den Zeitreisen 

Ebenfalls gefällt mir die Form der Zeitreise, die hier gewählt wurde. Während in Zurück in die Zukunft jede Aktion in der Vergangenheit die Zukunft beeinflusst, ist die Zeitreise hier fest in den Zeitstrahl integriert. Das heißt, dass jede Entscheidung, die Cole in der Vergangenheit trifft, schon immer so getroffen wurde und dementsprechend die Geschehnisse nicht ändert, sondern einfach nur weiter unaufhörlich vorantreibt. Trotzdem hängt man gespannt vor dem Bildschirm, ist immer wieder schockiert, wenn man merkt, dass alle Mühen dem Ende der Menschheit in die Karten gespielt haben und hofft, dass das irgendwie den Akteur*innen bewusst wird, so dass sie daran etwas ändern können. Dieses Prinzip lässt mich auch stark an dem von Gilliam erläuterten Ende zweifeln, welches sowohl wie von ihm gewünscht als Happy End funktionieren, andererseits durch die ganzen Entwicklungen des Films eigentlich nicht gut ausgehen kann.

Wie also bereits zu Beginn gesagt: Ich finde diesen Film grandios. Das Setting passt, die Schauspieler überzeugen und 12 Monkeys hat mich auch nach dem Abspann nachdenkend zurück gelassen. Wenn ihr also mein altes Schicksal teilt und den Film noch nicht gesehen habt: Ändert das sofort! An alle anderen: Entschuldigt, dass ich so lange damit gewartet habe!

Autorenprofil: Malte Küppers

Jay Nightwind | 27.11.16 | / | Kommentieren
Malte hat ein Problem. Er interessiert sich für so viele Sachen, dass er oft nicht weiß, womit er sich jetzt beschäftigen soll.

Er schreibt gerne und trägt das Zeug dann auf der Bühne vor. Er hat eine riesige Sammlung an Videospielen, von denen ein Großteil noch nie von ihm gespielt wurden, obwohl er sich eigentlich liebend gern mit den Spielen und ihren Inhalten auseinandersetzt. Dann kommt ein Faible für Serien und Schallplatten, ein großes Interesse an Flora, Fauna und dem Weltraum, politisch interessiert und nebenbei noch Schulsozialarbeiter, um den ganzen Kram irgendwie zu finanzieren.

Der klare Nachteil ist also, dass der normale Alltag immer wieder eine Überforderung durch die Frage „Was mach ich heute so?“ darstellt. Der Vorteil: Es gibt einen großen Pool an Möglichkeiten, seinen Senf abzugeben. Und genau das möchte er hier auch machen, wenn der Kopf mal wieder zu voll wird und eine Entlastung benötigt.

Alle Beiträge von Malte findet ihr hier.

Ein MashUp der Extraklasse: Runbow

Wenn sich Teams unterstützen!


Ich liebe es, den Geist einer Community zu spüren. Menschen, die ähnliche Interessen haben, unterstützen sich, helfen einander und schaffen es so gemeinsam, ihr Hobby, ihr Medium zu etwas besserem zu machen. In den letzten Jahren, in denen Videospiele immer kommerzieller, immer größer und damit auch popkulturell immer relevanter wurden, entwickelte sich auch die gesamte Gaming-Szene. Es wurde versucht, ein Bewusstsein für die kulturelle Relevanz von Videospielen zu schaffen und damit auch, Themen und Muster in eben jenen zu behandeln und zu kritisieren. Was für Filme, Bücher und Musik schon seit langem fester Bestandteil der öffentlichen Auseinandersetzung ist, fand nun auch einen Platz in der Gaming-Kultur.

Wie so oft fühlten sich einige Menschen durch diese neuen Elemente auf den Schlips getreten und es kam zu großen Anfeindungen, dass es doch nur Spiele seien und bitte keine großartigen Analysen dieser Spiele nötig wären, seien es beispielsweise Debatten über den Gewaltgrad oder Gender-Darstellung. Diese Aufregung über die Auseinandersetzung mit dem Medium Videospiel führte zu einer großen Kluft und heftigen Anfeindungen gegenüber allen, die in Videospielen mehr sehen wollten als einfach nur „ein Spiel“.

Doch was genau hat diese Einleitung jetzt mit dem Spiel RunBow für die WiiU und den PC zu tun? Hat dieses Spiel eine große Kontroverse ausgelöst? Liefert es Denkanstöße oder bleibt es auf veralteten Motiven sitzen? Ist es ein gutes Beispiel für stereotype Darstellung von Figuren in Videospielen?

Nein, darum geht es mir nicht! Es ist einfach ein schöner Lichtblick in den Shitstorm aus Anfeindungen. Ein Titel, der tatsächlich das Prädikat „nur ein Spiel, das Spaß machen soll“ verdient hat, aber vor allem ein Spiel, das zeigt, dass vor allem die Indie-Szene der Videospielentwickler eine Community ist, die gemeinsam die Entwicklung der kulturellen Relevanz annimmt und dabei zeigt: Wir halten zusammen, unser Medium ist uns wichtig und gemeinsam wollen wir einfach nur etwas Gutes schaffen! Gerade im Indie-Bereich finden wir nämlich vermehrt Spiele, die sich der altbackenen Klischees bewusst sind und diese durchbrechen wollen. Und RunBow zeigt, dass hier an einem Strang gezogen wird.

RunBow ist nämlich ein Multiplayer-Spiel, in welchem ihr nach und nach immer mehr Charaktere unterschiedlichster Indie-Spiele freischaltet, so dass ihr eine riesige Community in einem Spiel vereint seht, um dort mit einer simplen Mechanik gegeneinander anzutreten. Teslagrad, Steam World Dig, Guacamelee, Shovel Knight, Hyper Light Drifter und noch viel mehr wurden in diesem Spiel zusammen gepackt! Bis zu 9 Spieler können gleichzeitig an einer Konsole ihre Lieblings-Figur auswählen und mit ihr auf einer Vielzahl von Kursen ein Wettrennen bestreiten. Ihr könnt dabei nur rennen, einen Doppelsprung oder einen Dash ausführen, um so den Parcour zu bestehen, während der Hintergrund dauernd seine Farben zum Takt der Musik wechselt und damit farbige Plattformen verschwinden lässt, sobald sie die selbe Farbe wie der Hintergrund tragen oder eben wieder auftauchen lässt, sobald die Farbe wechselt. So simpel und so genial macht das Spiel mit euch auf der Couch das, was die Entwickler ebenfalls geschafft haben: Das Verdeutlichen einer Gemeinschaft durch den gemeinsamen Spaß trotz eines vordergründigen Wettbewerbs. Eine Community, wie sie aus so vielen anderen Bereichen auch bekannt ist, perfekt formatiert auf den Gaming-Sektor.

Ihr könnt aus einer großen Vielzahl an Spielmodi auswählen, in denen ihr einfach alle gegeneinander mit unterschiedlichen Regeln rennt oder ein Spieler mit dem Gamepad der WiiU gegen alle Rennenden spielt und immer wieder neue Hindernisse und Farbkleckse auf die Strecke setzt. Schaut, wer am längsten überleben kann oder wer zuerst den Pokal erreicht, wer lange genug an einer bestimmten Stelle stehen kann, ohne verdrängt zu werden oder wer in einem Kampf mit verrückten Items als letztes auf der Strecke steht. Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Charakterauswahl herrlich abwechslungsreich. Einen Online-Modus gibt es nicht, wenn ihr also niemanden in der Nähe habt, der mit euch WiiU spielen möchte, macht RunBow nicht wirklich Sinn für euch. Ansonsten kann ich aber wirklich nur empfehlen, euch Menschen einzuladen, alle WiiMotes und Nunchuks in Griffweite zu nutzen und ein Spektakel auf dem Monitor abzubrennen. Dann schafft das Spiel nämlich das, was in letzter Zeit sehr oft zu kurz kommt: Ihr fühlt euch wie eine tolle Gemeinschaft, die froh ist, einander zu haben!

Reigns - The Game

oder: Ich tinder mir mein Königreich!



Ich kann mit Mobile Games echt nix anfangen! Oftmals fehlt mir die Komplexität, die Spielprinzipien sagen mir meist nicht zu, es gibt zu viel Ramsch auf den Marktplätzen und vor allem zieht es mir zu schnell den Akku leer.

In der Regel mache ich also einen großen Bogen um die endlosen Endless Runner, Candy Crush Klone, Free2Play-Games oder andere Highscore-Jagden.


Doch dann bin ich auf Reigns gestoßen. Ein kleines Spielchen, in dem ich als König mein eigenes Königreich im Mittelalter regiere, indem ich Entscheidungen einfach durch einen Wisch nach links oder rechts treffe.

Achten müsst ich dabei auf vier Parameter: Die Laune der Kirche, der Bevölkerung, meiner Streitkräfte und meine Finanzen. Jede Entscheidung beeinflusst dabei einen dieser Parameter. Ein kleines Beispiel: Ein benachbartes Königreich steht an meiner Grenze. Ich kann nun entweder meine Armee zur Verteidigung schicken oder es ignorieren. Erste Variante senkt die Laune meiner Armee, zweitere die Laune der Bevölkerung.

Oder der Pastor bittet mich, eine neue Kirche zu bauen. Stimme ich dem zu, verliere ich Geld, aber die Kirche mag mich, lehne ich ab, steigt mein Kontostand, doch mein Ansehen bei den Gottesanhängern schwindet.

So wird jede Entscheidung des Spiels getroffen, bis einer der Parameter entweder bei Null landet oder die Obergrenze erreicht. Je nachdem werde ich dann hingerichtet, setze mich ins Exil ab, ersticke an meinem Reichtum oder habe eine Demokratie errichtet, die meine Dienste als König nicht mehr benötigt. Je nachdem, welche Entscheidungen ich treffe, wie lange ich lebe, was in Zeiten meiner Regentschaft passiert, werden Errungenschaften freigeschaltet und damit neue Karten und Szenarien, die wieder neue Entscheidungen und Geschehnisse ermöglichen, neue Charaktere in mein Königreich holen oder Gefahren entstehen lassen. Mein Sohn will mich hintergehen, der Teufel einen Pakt mit mir schließen, ein unterirdisches Labyrinth voller Skelette und Fallen will erforscht werden... die simple Spielmechanik bietet also eine Unmenge an Möglichkeiten wie ein enorm dickes „Choose your own Adventure“-Buch.


Und das hat mich süchtig gemacht. Ich wollte immer wieder eine neue Regentschaft antreten, meine Entscheidungen entweder wohl überlegen oder einfach mal munter drauf loswischen, um zu schauen, was so passiert. Das zeigt mir zwar einerseits, dass ich mit Sicherheit kein besonders guter König gewesen wäre, aber wen stört das schon? Es ist kurzweilig, es macht Spaß, es ist für die Dauer, ich ich ins Spiel gesteckt habe, mit etwas mehr als 3€ echt günstig und ich kann mich nur schwer davon lösen. Klar, manche Errungenschaften sind sehr kryptisch und ohne einen Guide nicht zu lösen, doch trotzdem kann ich nur eine große Empfehlung aussprechen.



Die größte Faszination lag aber doch woanders.

Das Prinzip, an sich komplexe politische Prozesse auf ein simples Ja oder Nein zu reduzieren und sofort eine Konsequenz zu sehen, zeigt eine wunderbare Parallele zur aktuellen politischen Situation auf. Auch heute versuchen populistische Parteien und Politiker, komplexe Probleme mit einfachen Antworten zu verkaufen. Sollen wir die Grenzen schließen, um die Kriminalität zu senken? Ja? Nein? Wisch links, wisch rechts! Müssen wir Kopftücher verbieten, um Terror einzugrenzen? Wisch nach rechts, ja verdammt! Wollen wir in den Sklavenhandel investieren, um langfristig in Geld zu schwimmen? Wisch rechts, aber sowas von!

Mit einem kleinen Update auf aktuelle Situationen wäre Reigns also der perfekte AfD- oder Trump-Simulator. Und schon wird diese simple Spielerei ziemlich erschreckend. Denn wenn ich einmal darauf fixiert bin, nur noch meine Parameter einzupendeln, war es das mit meinen moralischen Instanzen. Dann geht es nur noch um den eigenen Erfolg, die eigene Position im Königreich. Und es wird erschreckend deutlich, wie Populismus heutzutage funktioniert. Simple Antworten auf politische Prozesse, die der normalen Bevölkerung so nicht klar sind. Und zieht man sich den Unmut der einen Seite zu, wird später an anderer Stelle zurückgerudert, um die Wogen zu glätten, die Parameter also wieder in Balance gebracht.

Entscheidungen und Aussagen fußen nicht nur auf der eigenen Überzeugung, sondern vor allem auf dem Kalkül, die eigene Position sicher zu halten. Und das ist tatsächlich ein Vorwurf, den sich nicht nur die Populisten in der heutigen Zeit gefallen lassen müssen. Relativierung in politischen Prozessen stehen an der Tagesordnung, kalkulierte Aussagen, um am rechten Rand Wähler zu fischen, tauchen mittlerweile in jeder der großen Parteien auf. Das Ganze ist natürlich vereinfacht dargestellt und auch die geäußerte Kritik an heutigen Prozessen ist bei weitem nicht tiefgehend genug, sondern selbst zu einem gewissen Grad polemisch. Aber das darf es auch mal sein! Und Reigns ist dafür eine wundervolle, spielerische Parabel. Schön ist übrigens zu sehen, dass egal, wie kalkuliert man vorgeht, immer ein Ende und damit ein Neuanfang steht. Ob so ein „Happy End“ auch bei uns ansteht... wisch rechts für Ja, wisch links für nein...

Gastbeitrag: The Cat Lady

Der Nachtwind | 29.09.16 | / / | 1 Kommentar
...oder: Wie ein dummer Satz ein ganzes Spiel ruiniert!

Stellt euch vor, ihr spielt ein Spiel, welches euch komplett fesselt. Die Atmosphäre hat euch sofort, das behandelte Thema begeistert euch... und dann kommt eine Situation, die euch nicht mehr loslassen will und bis zum Ende einen faden Beigeschmack verursacht.

Genau so ist es mir zuletzt ergangen, als ich innerhalb von zwei Tagen Harvester Games' „The Cat Lady“ durchgespielt habe. Hierbei handelt es sich um ein äußerst morbides, spieltechnisch sehr simpel gehaltenes 2D-Adventure. Ihr spielt Susan Ashworth, die direkt zu Beginn durch eine Überdosis Schlaftabletten Suizid begehen will und dadurch in einer Art Limbus, einem Ort zwischen Leben und Tod landet. Hier trifft sie auf die dubiose „Queen of Maggots“, die Susan Unsterblichkeit verleiht, sie ins Leben zurück befördert, dabei aber verlangt, dass Susan nun als eine Art Rache-Engel Mörder*innen zur Strecke bringt.

Die gesamte Spieldauer wird dabei Susans Depression fokussiert und thematisiert. Das Spiel versucht, darzustellen, wie eine manifestierte Depression aussehen könnte, was mit einem Menschen geschieht, der dieser Krankheit am Ende unterliegt. Dabei führt Susan einige äußerst gut geschriebene, innere Monologe, die zusammen mit der Gestaltung ihrer Welt in schwarz, weiß und grau sehr beklemmend, aber auch ergreifend wirken. Einzelne Gegenstände wie Blumen oder Blut erstrahlen immer wieder in grellen Farben und je länger das Spiel dauert, umso mehr Farbe kommt auch wieder in Susans Umwelt, was euch ihre Entwicklung fast schon mit dem Holzhammer präsentiert.

Die Prämisse ist also äußerst interessant, die Thematik gut umgesetzt und hat mich, wie bereits erwähnt, nicht mehr losgelassen, bis ich die Geschichte zu einem Ende bringen konnte. Natürlich stellt sich die Frage, wieso Susan plötzlich innerhalb kürzester Zeit auf so viele Psychopathen trifft, die von ihr zur Strecke gebracht werden sollen, darüber blicke ich aber gerne weg, da diese Aufeinandertreffen trotz der äußerst simplen Spielmechanik, sich nur nach links und rechts bewegen und nur mit begrenzten Objekten interagieren zu können, unfassbar nervenzerreißend inszeniert sind. Hinzu kommen noch ein paar nette Gore-Elemente und ich würde glatt sagen, dass The Cat Lady sowohl als Spiel als auch als Abhandlung einer sehr ernst zu nehmenden Krankheit wunderbar funktioniert.

Wäre da nicht diese eine Stelle, dieser eine Dialog in der Mitte des Spiels. Im Laufe des Spiels bekommt Susan eine neue Mitbewohnerin, Mitzi, welche ebenfalls i die kleine Wohnung einzieht. Nun liegt unsere Hauptakteurin irgendwann in der Badewanne, ihre neue Begleiterin möchte ebenfalls in das Zimmer, um mit ihr zu sprechen. Das Problem, dass sich hier nun auftut, ist, dass Susan dies nur erlaubt, wenn Mitzi nicht lesbisch sei. Susan habe kein Problem mit Homosexualität, aber dass eine lesbische Person auf ihre Brüste starren könne, wäre ihr doch zu viel. Brechen wir die Aussage stumpf herunter, haben wir hier ein „Ich habe nichts gegen Homosexuelle, solang sie nicht in meiner Nähe sind!“

Nun steht es jedem Entwickler*innen-Team frei, ihre Charaktere mit Macken zu zeichnen, homophobe Charaktere in ihre Spiele einzubauen, diese selbst als Hauptfigur zu nutzen. Problematisch wird es aber vor allem dann, wenn diese Macken nicht als solche erkennbar sind. Sie könnten Charakterzüge sein, die Einfluss auf die Geschichte nehmen, indem es sie zu überwinden gilt oder die jeweilige Figur eben „das gemeine Arschloch“ oder „der Feigling/Schwächling“ oder was auch immer ist. The Cat Lady führt diesen Charakterzug allerdings in dieser einen Situation ein und greift nie wieder darauf zurück. Susans Ansichten werden nicht als problematisch dargestellt, sondern sind vielmehr verpackt wie ein dummer Gag in einem ansonsten fast ausschließlich düsteren Spiel. Auch Mitzis Reaktion darauf zeugt eher davon, dass solche Ansichten im „Cat Lady-Universum“ absolut normal zu sein scheinen.

Jetzt mag manch ein Mensch sagen, dass solche Personen mit genau solchen Ansichten Realität seien und dem möchte ich auch nicht widersprechen. Es gibt genug Menschen auf der Welt, die genau so mit dem Thema Homosexualität umgehen. Jens Lehmanns Aussage, dass er sich nicht wohl dabei fühlen würde, mit einem homosexuellen Spieler im Duschraum der Kabine zu stehen, macht deutlich, dass solche Aussagen sogar einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.

Lehmann wurde dafür allerdings aufs Schärfste kritisiert und auch Susan bzw. die Menschen, welche diesen Charakter entwickelt haben, müssen sich dieser Kritik stellen. Susan Ashworth hat nämlich als Hauptcharakter des Spiels eine Position, die zur Identifikation anregen soll. Ihr trefft oftmals Entscheidungen für sie, die bereits zu Beginn Auswirkungen auf das Ende haben können. Ihr versetzt euch damit in die Rolle einer depressiven Person und setzt euch intensiv mit ihren Gedanken auseinander. Die Besonderheit dieser Rolle sorgt dafür, dass Susan in einer Position steht, in der der flapsige Umgang mit solchen Aussagen höchst problematisch ist. Homosexualität wird im Laufe des Spiels kein einziges Mal mehr thematisiert, dieser kurze Dialog im Badezimmer steht völlig isoliert und bietet keinerlei Mehrwert für die Geschichte. Diskriminierende Positionen werden völlig unreflektiert reproduziert. Er erzeugt keine Charaktertiefe oder hilft dem Erzählen der Geschichte. Der Dialog zeigt nur, dass Susan ein homophobes Arschloch ist und dass die Entwickler*innen solch eine Aussage für nicht weiter beachtenswert halten, es aber trotzdem mal loswerden wollten.

Und so kommt es leider dazu, dass ein an sich absolut empfehlenswertes Spiel nur wenige Sekunden braucht, um den Gesamteindruck heftig zu versauen. Die Grundprämisse, Depression zu behandeln und auch künstlerisch darzustellen, ist nämlich weiterhin verdammt wichtig und gut... schade!