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Videos: NachtwindLive! vom 24.11.2017

Wir haben es mal wieder gemacht! Wir waren mit unserem Blog live auf der Bühne, haben unser Team und tolle Gäste zusammen geholt, um frischen Content für euch zu produzieren. Ganz nebenbei haben Andy und Jay die Stuntmen-Moderation erfunden, Tobi musste kritischem Druck standhalten, Hanna hat einen ihrer schönen Texte gelesen und auch hinter den Kulissen waren wir im vollen Einsatz.

Als Gäste hatten wir Christina Keilmann, Dramaturgin am KJT mit einem Filmprojekt mit Geflüchteten; Jens Eike Krüger, angehender professioneller Spaziergänger und Musiker und überhaupt alles; darüber hinaus noch Batman, als Daniel Buth, der im Kostüm für den " "Helden für Herzen e.V." einsteht. 

Ob der Einsatz sich gelohnt hat, könnt ihr in diesem ersten Paket Videos, gebündelt als fesche Playlist selbst überprüfen.



In den nächsten Tagen reichen wir auch noch einige der schönen Fotos nachreichen und die Interviews als Podcasts hocharbeiten. Wir wünschen viel Freude! 

Gesprächsstoff #005 - Musikpsychoanalyse

Glaubst du, dass man anhand der Musik, die jemand gerne hört, auf den Charakter rückschliessen kann? 

Jay sagt:

Die anderen können sich ihre Antworten klemmen. Da gibt es keinen Zweifel dran und da gibt es auch gar nichts zu besprechen. Die Musik die jemand gerne hört, spiegelt ganz sicher die Seele wieder. Nicht nur, welche Musikrichtung es ist. Am Ende haben die Texte ja doch auch einen Sinn, eine Stimmung und womit wir uns gerne berieseln sagen, erzählt alles über uns. Mein Musikgeschmack ist zum Beispiel eine Katastrophe und eine Herausforderung an jeden sensiblen Gehörgang. Und das passt zu mir. Provozieren, nerven, kratzen, auffallen. Das bin ich.

Wo Romano, Scooter, DCVDNS, Hadouken!, Ali As, Prophets of Rage, Angerfist und und und aus noch so verschiedenen verrufenen Musikrichtungen zusammenkommen, da bin ich. Und neugierig bin ich auch. "Dein Mix der Woche" ist die beste Funktion an Spotify, die Vorschläge von Last.fm habe ich damals gefeiert und in mein Leben übernommen.

Außerdem funktioniert es auch andersherum. Manche von uns entscheiden sich für Musikrichtungen, weil sie eine Subkultur beinhalten, die zu uns passt. Wir tragen die Klamotten und kaufen die passenden Festivaltickets. Das gibt Sicherheit. Das ist nice.



Tobi sagt:

Ich weiß nicht, ob Jay damit Recht hat. Nehmen wir mich als Beispiel.
Bei den Genres bin ich querbeet unterwegs. Momentan höre ich fast nur Reggae. Eine lockere, entspannte Musik, bei der man davon ausgehen könnte, dass ich eine ausgewogene Seele hätte, die nichts aus der Ruhe bringen könnte. Das trifft allerdings bei mir nicht zu.
Ich versuche zwar stets locker und ruhig zu sein, doch das gelingt mir nicht allzu häufig. Das heißt, dass wenn ich Rastafari- Sounds höre, habe ich nicht meine Seele im Ohr.
Auch textlich gibt es Differenzen. Reggae setzt sich kritisch mit der Gesellschaft auseinander, was soweit auch bedingt auf mich zutrifft. Allerdings wird oft der Genuss von Marihuana für gut befunden und glorifiziert, was ich genau gegenteilig sehe.
Im Metal nicht anders. Kirchen anzünden oder auf einem Piratenschiff über die Weltmeere schippern und literweise Rum süffeln passt auch nicht sonderlich zu mir.


Was jedoch richtig ist ist, dass man anhand der Musik auf die Laune einer Person schließen kann. Glaube ich zumindest.
Auch hier ziehe ich mich wieder als Beispiel ran: Wenn ich stocksauer bin, höre ich fiesen Metal mit Blastbeats und Gitarrengeschrammel.
Geht es mir gefühlsmäßig mies ist Tom Waits mein treuster musikalischer Wegbegleiter.

Es kann sein, dass man aufgrund der Musik auf den Charakter schließen kann, sicher bin ich mir da allerdings mal so überhaupt nicht. Ebenso wenig, ob ich die Frage, die im Raum stand, beantwortet habe.


Andy sagt:

"Sag mir was du hörst und ich sage dir, wer du bist". Früher, als ich jünger war, dachte ich das gilt. Ich dachte, ich könne den Musikgeschmack von Leuten einigermassen einschätzen, wenn ich sie kenne. Oder andersrum: Rede ich mit jemandem über Musik, merke ich sehr schnell wie derjenige tickt. Mittlerweile glaube ich nicht, dass das stimmt. Ich denke Musik und Charakter hängen nur über irgendwelche Stereotypen zusammen. Wer Rock hört sei rebellisch und cool und raucht und wer Jazz hört ist intellektuell und versiert.
Ich glaube bestenfalls lässt sich Musik dazu nutzen zu analysieren, was für ein Bild ein Mensch von sich zeichnen möchte. Was er möchte, wie andere ihn wahrnehmen.

Ich wär nicht ich, hätte ich nicht kurz geschaut, was sagt die Wissenschaft über diesen Zusammenhang. Erstaunlicherweise gibt es nicht soviel Forschung zu diesem Gebiet, wie man vermuten würde. Und meine Kurzrecherche gibt mir in Teilen tatsächlich Recht.


Quelle: Müller, Renate: Musikalische Sozialisation und Identität. Ergebnisse einer computergestützten Befragung
mit dem klingenden Fragebogen - In: Schoenebeck, Mechthild von [Hrsg.]: Entwicklung und Sozialisation
aus musikpädagogischer Perspektive. Essen : Die Blaue Eule 1998, S. 57-74. - (Musikpädagogische
Forschung; 19) - URN: urn:nbn:de:0111-opus-91976


Hanna sagt:

Wenn mensch einen vielseitigen Musikgeschmack hat, kann mensch einen sehr vielseitigen Charakter
haben, oder auch NICHT.
Soll heißen: Ich denke nicht, dass wir am Musikgeschmack anderer Bezug zu deren Charakter nehmen können. Ich höre zum Beispiel von Metal über Musical zu Schlager zurück über Punkrock und wieder hin zu House so ziemlich alles.
Wenn daraus jetzt andere Rückschlüsse zu meinem Charakter ziehen würden, fänd ich das ziemlich oberflächlich. Nicht jeder, der Metal hört, ist der krasse, böse Draufgänger (eigentlich fast niemand, wenn ich mal das letzte WACKEN revue passieren lasse..).
Nicht jeder der Schlager hört, fährt jedes Jahr zum Ballermann.
Ich mag diese Klischees nicht, die über den Musikgenres schweben und ein Klischee sollte erst recht nicht auf einen Charakter angepasst werden!
Musik ist etwas Freies und das sollte sie auch bleiben. Wir lernen uns über Musik und Konzerte aber auch kennen und dann können wir ja selbst rausfinden, wie der Charakter des anderen ist, anstatt das von vorne herein über dessen Musikgeschmack zu analysieren.
Oder wir fragen nach seinem/ihrem Lieblingssong und dessen Bedeutung, da findet sich dann sicher auch viel über den Charakter eines Menschen, wenn wir uns über Gespräche kennenlernen.



Fotohäppchen: Die Sonne von Orm

Der Hartmann | 30.10.17 | / / | 2 Kommentare
In meiner Ausbildung habe ich auf verschiedenen Stellwerken gearbeitet und gelernt.
Eins davon war das Stellwerk "Oberhausen West Orm", das in der Mitte des Güter- und Rangierbahnhofs Oberhausen- West gelegen ist.
Während einer Spätschicht haben sich zwei Bilder ergeben, bei denen ich froh war, die Kamera dabei gehabt zu haben



Videohäppchen: Lucky Chops NYC

Der Hartmann | 25.10.17 | / / | 1 Kommentar
Ich liebe ja Bands, die irgendwas machen, was nicht unbedingt alltäglich ist.
Vor kurzem bin ich auf die Band "Lucky Chops NYC" gestoßen und mich schlagartig in diese Truppe verliebt.
Hier ein Beispielvideo



Fotohäppchen: Sonnenaufgang am Entenfang

Der Hartmann | 28.09.17 | / / | Kommentieren

Nach der Arbeit entspannen, ist eine gute Idee. Ich habe mir den Umstand, im Schichtdienst zu arbeiten, vor einer Weile zunutzen gemacht und bin nach der Arbeit zum Entenfang (Duisburg) gefahren. 
Am Wambach haben meine Kamera und ich uns positioniert und den Sonnenaufgang abgewartet. Es war ruhig. Man hat leise die Autobahn wahrgenommen, ein Güterzug rauschte hinter mir vorbei aber ansonsten Stille. 
Das Warten ist mit einem freien Kopf und ein paar, wie ich finde, schönen Fotos belohnt worden. Mein Lieblingsfoto dieses Morgens seht ihr hier:

Jetzt ist eh zu spät

Der Hartmann | 25.09.17 | / | Kommentieren
Es ist der 24. September 2017.
Der Tag der Bundestagswahl und es flimmern die ersten Hochrechnungen und Prognosen über die Bildschirme.
Platz 1 und 2 sind geschenkt, das war schon vor der Wahl klar. Angela Merkel kriegt noch einmal vier Jahre als Bundesmutti und Martin Schulz geht mit Pauken und Trompeten unter.
Doch dann kam das, was Viele befürchtet haben: Die AfD als drittstärkste Kraft.

Vorne weg: Ich finde das alles andere als gut und hätte mir sogar lieber Fußpilz auf den dritten Platz gewünscht, da die AfD eine Partei ist, die genau entgegen meiner Prinzipien arbeitet:
Als Kritik getarnter Fremdenhass, ein fehlender Gemeinschaftssinn, fehlende Toleranz, widerlicher Populismus und auf billigen Klischees und Vorurteilen basierendes rechtes Gedankengut.
Mir wird schon beim Gedanken an die AfD schlecht, von ihren ekelhaften Wahlslogans, die nun zu lange das Straßenbild prägten, mal abgesehen.

Auf Facebook schreiben nun viele AfD- Gegner, dass jetzt die beste Zeit zum Auswandern wäre, was selbstredend nicht allzu ernst gemeint ist.
Aber dennoch wäre das der genau falsche Weg.

Zunächst, das Ergebnis war alles andere als überraschend. In einer Welt, die immer brauner wird, in der Donald Trump die Führungsorange der USA geworden ist, in der Viktor Orbán mit seinem Antiflüchtlingsdenken der EU auf der Nase rumtanzt oder eine Front National in Frankreich so grade eben scheitert (wohlgemerkt im 2. Durchgang), ist es nicht verwunderlich, dass auch die braunen Hetzer in Deutschland derart absahnen bei der Wahl.

So unpopulär ich mich jetzt vielleicht mache, aber ich glaube, dass wir uns das teilweise selbst zuzuschreiben haben. Als die AfD damals gegründet wurde, ist sie belächelt worden, hat aber immer mehr Zuspruch gefunden. Der kleine Mann hat sich verstanden gefühlt, die Finanzhilfen für Griechenland waren einigen Mitbürgern schon länger ein Dorn im Auge.
Man hat allerdings, so war mein Empfinden jedenfalls, nie wirklich versucht, einen lösungsorientierten Dialog zu führen, sondern es immer nur wegzureden versucht und die Leute als Spinner abgetan. Man hat sie schlichtweg nicht ernst genommen.
Dass daraus Frust und noch mehr Wut entsteht, war eine logische Konsequenz. Und das hat die AfD sich zu nutzen gemacht und ist mit großem Gefolge nach rechts abgedriftet.
Die immer größer werdende Unzufriedenheit hat die AfD instrumentalisiert und die Menschen in ihrem Glauben bestärkt, dass sie ungerecht behandelt werden, die Flüchtlingskrise hat ihr Übriges getan. Auch daraus hat die Partei Kapital geschlagen und ihre blaubraune Soße in die Köpfe der Menschen gekippt, sodass plötzlich viele glaubten, ihnen würde was fehlen und die Schuldigen wären die Geflüchteten.
Wir wissen alle, dass das Mumpitz ist und es den Leuten unter anderem wegen einer schlechten Politik an Dingen wie einer vernünftigen Rente oder anderer staatlicher Unterstützung fehlt.
Daran sind allerdings nicht die Flüchtlinge schuld, sondern so manche Partei, denen wir Dinge wie die schwarze Null, Hartz IV oder das Kaputtmachen der umlagefinanzierten Rente zu verdanken haben. Auch die immer größer werdende Kluft zwischen arm und reich und die immer größer werdende Armut in diesem Land, sind nicht den Flüchtlingen in die Schuhe zu schieben. Das läuft an ganz anderen Stellen schief.

Doch all das liegt in der Vergangenheit. Die Wahl ist gelaufen und es ist zu spät. Der rechte Keim, der bei Vielen im Kopf verbuddelt war, keimt jetzt auf.
Allerdings sind wir jetzt gefragt, dass wir den Schaden so gering wie möglich halten.
Wir müssen die Fahne der Toleranz so hoch halten, wie wir können und dem rechten Pöbel zeigen, dass sie nur ein kleiner Teil des Volkes sind und dass wir für uns selber sprechen. Dass unsere Stimme lauter ist! Dass wir rechtes Gedanken"gut" weder hinnehmen, noch akzeptieren.
Wir müssen zusammenhalten und uns nicht auf widerwärtige AfD-Rhetorik einlassen, die Gauland, von Storch und wie die nicht alle heißen von sich geben (und sich hinterher wieder von distanzieren). Wir müssen zeigen, dass Fremdenhass hier in Deutschland keinen Platz hat. Auch nicht im Osten, wo es No-Go-Areas für Menschen mit Migrationshintergrund gibt. Wo Menschen wegen ihrer Herkunft beleidigt oder auf die Intensivstation geprügelt werden
Wir dürfen weder wegschauen, noch weghören, wenn Nazis und "besorgte Bürger" gegen Asylsuchende oder Menschen mit Migrationshintergrund pöbeln oder sie sogar angreifen.
Denn wir in Deutschland leben von Multikulturalismus. Hass hat in diesem Land schon zu viel Schaden angerichtet und das darf sich nicht mal ansatzweise wiederholen.

Also tut mir einen Gefallen: Steht auf und zeigt dem Hass, dass wir uns von ihm nicht unterkriegen lassen und immer für unsere Prinzipien der Freiheit, der Demokratie und der Weltoffenheit einstehen!
Hass gehört nicht zu Deutschland!


Rautavaara - Grand Theft Audio

Jay Nightwind | 07.09.17 | / | 2 Kommentare

Das ist doch unser Tobi! Der Bahnexperte ballert da doch einfach mal in einem sehr punktierten Musikvideo seiner Band Rautavaara rum. Ob die Tatsache, dass er Bahner ist und hier den Diebstahl von Autoradios thematisiert im Zusammenhang stehen können wir nicht sagen, vermuten hier aber humoristische Satire oder Punkrock.

Die Gefahren im Bahnbetrieb

Der Hartmann | 04.09.17 | / / | 3 Kommentare
Das Eisenbahnnetz in Deutschland stellt einen wichtigen Punkt im Personenverkehr dar und ist für viele Pendler unerlässlich.
Doch worüber sich viele nicht im Klaren sind ist, dass von Zügen und Infrastruktur immense Gefahren ausgehen. Die meisten wissen es nicht, weil sie sich vorschriftsmäßig verhalten, was auch durchaus gut ist. 
Doch man liest immer wieder, dass Menschen durch den Eisenbahnbetrieb schwer verletzt, oder gar getötet werden. 

Aber was ist denn so gefährlich am Zugverkehr?

Der Sog
Eine große Gefahr, die vom Zug selber ausgeht, ist der Sog. Das heißt, dass wenn man sich zu nah an einem durchfahrenden Zug aufhält, man durch die verwirbelte Luft angesaugt wird und im schlimmsten Fall umhergeschleudert wird. Das kann tatsächlich tödlich enden. Deswegen gibt es auf jedem Bahnsteig eine weiße Linie, die man erst übertreten darf, wenn der Zug steht. Besonders bei durchfahrenden Güterzügen sollte man nicht zu sehr den Mutigen spielen, denn dadurch, dass zwischen den Wagen ein gewisser Abstand herrscht, ist die Sogwirkung wesentlich stärker. 
Die weiße Linie auf dem Bahnsteig sollte also dringend ernst genommen werden und nur übertreten werden, wenn der Zug steht.

Fehleinschätzung auf der Bahnsteigkante
Das bringt uns zum nächsten Punkt, denn was besonders Jugendliche und junge Erwachsene gerne tun ist, sich auf die Bahnsteigkante zu setzen. 
Dass das nicht erlaubt und wirklich dumm ist, ist ja eigentlich klar. Dennoch nutzen manche Menschen die Bahnsteigkante als Sitzmöbel und nutzen die "Entschuldigung": "Ich höre doch, wenn ein Zug kommt". 
Und diese Einschätzung ist fatal. Denn besonders moderne Leichtbautriebwagen oder Leichtbautriebzüge hört man erst sehr spät. Besonders bei Elektrotraktion ist das Summen des Fahrmotors nicht laut und je nach Windrichtung hat man keine Chance es zu hören. 
Das gilt allerdings auch für größere Maschinen. Man hört sie schlicht nicht, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. 
Und nein, auch das Argument, man sehe die Züge ja, die Strecke sei ja schließlich schnurgrade ist falsch. 
Grade in Zeiten von Smartphone und Tablet lässt man sich sehr schnell ablenken und schaut nicht permanent auf die Strecke. 
Zumal, was viele Menschen nicht bedenken ist: Der Zug kann auch aus der anderen Richtung kommen. 
Auf der Bahnsteigkante sitzen hat schon vielen Menschen Gliedmaßen oder das Leben gekostet. Deswegen hat man dort auch nichts zu suchen. 

Der Bremsweg
"So ein Zug hat ja auch Bremsen". Auch diesen Satz habe ich schon (mehrfach!) gehört. 
Ja, es ist richtig. Ein Zug hat Bremsen. Nur vergisst man schnell, dass der Bremsweg wesentlich länger ist, als bei einem Auto, denn hier drehen sich Stahlräder auf Stahlschienen. Man muss kein Physiker sein um zu erkennen, dass hier eine wesentlich geringere Haftung vorliegt, als bei Gummireifen, die auf Asphalt rollen. 
Ein ICE mit 300 km/h hat einen Bremsweg von mehreren Kilometern! Ein Güterzug mit mehreren Tausend Tonnen Gesamtgewicht und 100 km/h braucht auch locker 700 bis 1000 Meter, bis er steht. Diese Fehleinschätzung der tatsächlichen Gefahr, ist für viele Menschen schon tödlich ausgegangen. 

Die Oberleitung
Viele Züge sind ja bekanntlich mit Strom unterwegs. Auch hier lauert eine Gefahrenquelle, die viel zu schnell unterschätzt wird. Denn Elektrizität ist gefährlicher, als man denkt. Schon die normale Haushaltssteckdose mit etwa 230 Volt kann verheerende Folgen haben.
In der Oberleitung der Bahn fließen weit höhere Spannungen. Hier reden wir von 15.000 Volt! Das ist verdammt viel. Und das Ganze bei einer Frequenz von 16,7 Hertz.
Umso trauriger ist es, dass man immer wieder von schwerverletzten oder toten Jugendlichen liest, die sich etwas beweisen wollten und auf abgestellte Güterwagen geklettert sind.
Denn entgegen des Volksglaubens, braucht man die Oberleitung nicht zu berühren, damit der elektrische Strom durch einen fließt.
Die Unterschreitung eines Mindestabstandes reicht da vollkommen aus.
Besonders bei Nieselregen, Nebel oder anderem schlechten Wetter, ist auch dieser Abstand zu wenig.
Eine Oberleitung ist nicht zu unterschätzen und man sollte gebührenden Respekt davor haben. Ganz davon abgesehen, dass man ohnehin auf Güterwagen nichts verloren hat.

Bahnübergänge
Diese Liste wäre nicht vollständig, ohne eine der größten Unfallquellen im Eisenbahnbetrieb. Die Rede ist vom Bahnübergang.
An sich ist die Benutzung eines Bahnübergangs (kurz: Bü) keine gefährliche Sache. Doch es kommt immer wieder zu Unfällen, besonders an solchen Überwegen, die mit einer Halbschrankenanlage oder "nur" einem Andreaskreuz gesichert sind.
Das Problem ist oftmals die Ungeduld der Leute. Die Halbschranke wird gerne umfahren oder umlaufen, wenn die Schranken zu lange unten sind. Oder manchmal reicht auch die Tatsache, dass sie unten sind schon, dass Wegenutzer der Ansicht sind, sie müssten den Bü trotzdem genau jetzt überqueren. Das haben viele Menschen schon mit dem Leben bezahlt und es ist immer wieder Thema in den Lokalteilen von Zeitungen.
Bei unbeschrankten Bahnübergängen liegt der Fehler oft darin, dass der Verkehrsteilnehmer nicht gründlich genug schaut, ob sich ein Zug nähert. Der Einfallwinkel der Sonne spielt da auch ab und zu eine Rolle.
Doch auch so ein Bahnübergang ist gesichert und zwar durch das Andreaskreuz, das dem Wegenutzer signalisiert, dass sich ein Bahnübergang vor ihm befindet und dass der Schienenverkehr Vorrang hat. An Bahnübergängen ist Vorsicht geboten. Und zwar immer!

Gegenstände im Gleis
Was gar nicht geht und unfassbar gefährlich ist, ist das Platzieren von Gegenständen im Gleis. Im August diesen Jahres erst ist im Bereich Gelsenkirchen ein Baumstamm auf die Gleise gelegt worden. Das heißt, dass irgendein unfassbar dummer Mensch sein eigenes Leben riskiert hat, indem er den Gleisbereich unbefugt betreten hat und, was noch viel schlimmer ist, er das Leben der Fahrgäste und des Zugpersonals aufs Spiel gesetzt hat. Das hätte ganz schnell ganz fies enden können.
Grade in der Ferienzeit häufen sich auch die Meldungen von Kindern im Gleis, die Schottersteine auf die Schienenköpfe legen.
Natürlich, so ein Zug ist schwer. Aber es werden drei entscheidende Faktoren außer Acht gelassen: Erstens haben Kinder sich nicht unbefugt im Gleis aufzuhalten, Zweitens kann ein Schotterstein, der ja auch ein gewisses Eigengewicht hat, das Fahrzeug stark beschädigen und Drittens kann ein umherfliegender Schotterstein zu einem tödlichen Geschoss werden. Und ja, auch hierzu gibt es bestätigte Fälle, wo das böse audgegangen ist.

Weichen
Auch Weichen können schnell gefährlich werden. Was Gleislatschern oft nicht klar ist, ist, dass wenn sie zwischen die Weichenzunge und die Backenschiene treten, sich die Weiche umstellen kann und den Fuß irreparabel kaputtquetscht.
Eine Weiche hat eine Stellkraft von ca. 5500 Newton, was ca. 560 Kilo sind.
Das heißt: Wenn sich ein Fuß in der Weiche befindet und sich die Weiche umstellt, ist der Fuß ab. Auch hier wieder der Hinweis: Haltet euch aus dem Gleisbereich raus.

Gleisbereich
Wo wir grade schon beim Gleisbereich sind, auch hier lauern noch Gefahren.
Sowohl Schienen als auch Schwellen können sehr schnell rutschig und glitschig werden. Grade bei schlechtem Wetter. Es ist schon mehrfach vorgekommen, dass Menschen so ungünstig auf Schwellen oder Schienenköpfen ausgerutscht sind, dass sie sich Wirbel gebrochen haben oder gar an ihren Verletzungen gestorben sind. Auch schon passiert ist, dass Menschen ausgerutscht sind und vor einen fahrenden Zug gestürzt sind.
Und genau aus solchen Gründen, ist der Gleisbereich ein Bereich, in dem sich nur ausgebildete Mitarbeiter und unterwiesene Kräfte aufhalten dürfen. Und auch nur dann, wenn es zur Erfüllung ihrer dienstlichen Aufgabe dient.


Für alle Anderen gilt: Im Eisenbahnverkehr passieren oft schlimme Dinge, die sich durch Befolgen der Regeln hätten vermeiden lassen können.
Tut uns Eisenbahnern, euch selbst und den Menschen, die euch gern haben einen Gefallen: Haltet euch an diese Regeln. Tut nichts Unüberlegtes und seid vorsichtig.