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Rautavaara - Onewayticket

Der Nachtwind | 21.02.18 | / / | Kommentieren
Unser Tobi ist Teil einer ordentlichen Essener Garagen-Punk-Schrammel-Band. Die haben jetzt mal wieder einen Song auf Youtube geworfen und den wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten! Viel Spaß mit Rautavaara!
Jay Nightwind | 05.02.18 | / / / | 1 Kommentar

Immerath, der Preis für billigen Strom


Etwa 20 Minuten braucht man mit dem Auto von Mönchengladbach nach Immerath.
Immerath ist ein Stadtteil von Erkelenz im Rheinland. Besser gesagt, war ein Stadtteil von Erkelenz, denn seit 2006 hat sich hier einiges verändert. Kurz hinter Immerath befindet sich der Tagebau von Garzweiler II, einem riesigen Abbaugebiet von Braunkohle, das vor keinem Hindernis Halt macht.

15 Ortschaften wurden bereits von Bewohnern geräumt und weitestgehend dem Erdboden gleichgemacht, zwei sind aktuell kurz davor. Immerath gehört dazu. Noch leben hier vereinzelt Menschen, ein kleines Unternehmen findet sich noch vor Ort, ein Schafhirte ebenfalls.

Allerdings läuft man, wenn man dort ist, an unzähligen verbarrikadierten und verlassenen Häusern vorbei. Es ist ruhig in dieser Ortschaft. Man hört die Fahrzeuge auf der nahe gelegenen Autobahn A61 dröhnen, die Baumaschinen auf dem Dorfplatz und ab und zu fahren noch Autos durch den Ort.

Auf dem Friedhof von Immerath stehen noch ein paar Grabmäler aber der Großteil ist leer. Es ist zwar nur eine kleine Anlage aber man schaut in einige verwaiste Grabreihen, bei denen man erkennen kann, dass es schon länger her ist, dass jemand dort seine vermeintlich letzte Ruhe gefunden hatte.

Die Bewohner Immeraths wurden in andere Ortschaften umgesiedelt, es entstand auch ein neuer Stadtteil in Erkelenz. Immerath (neu) heißt das neue Gebiet, wo Menschen aus verschiedenen Dörfern nach der Umsiedelung eine neue Bleibe gefunden haben.


Ich war zwei Mal dort. Das erste Mal war Mitte 2017, das zweite Mal war Ende 2017. In dieser doch eigentlich recht kurzen Zeit hat sich so einiges getan. Mehrere Häuserreihen wurden abgerissen, weitere Straßen wurden abgesperrt und die Atmosphäre war noch bedrückender.

Und jetzt, Anfang 2018 geht es mit dem Abriss des Ortes weiter.

RWE hat nun, am 08.01.2018 trotz Protesten von Greenpeace und ehemaligen Anwohnern angefangen, den "Immerather Dom" abzureißen. Der vermeintliche Dom war die St. Lambertus- Kirche und verdankte diesen Spitznamen seiner enormen Größe.

Es war ein wirklich schönes Bauwerk mit zwei Türmen und einer großen Basilika. Bei der Einfahrt nach Immerath konnte man im linken Turm allerdings schon sehen, dass an den oberen Fenstern mehrere Steine fehlten.

Seit 2013 ist der "Dom" entwidmet und wurde an RWE übergeben, die diesem Bauwerk nun ein Ende setzt.

Lange wird es wohl nicht mehr dauern, bis der Rest von Immerath folgt und komplett verschwindet, bevor die Schaufelradbagger kommen.

Alles für die Braunkohle.


Kirche St. Lambertus ("Immerather Dom")
Brankohletagebau "Garzweiler II"



Fotohäppchen: Ein Gruß zum Jahreswechsel

Der Hartmann | 31.12.17 | / / | 1 Kommentar
Liebe Leser*Innen, liebe Freund*Innen,
das Jahr 2017 ist so gut wie vorbei. Ein Jahr, in dem viel bei uns passiert ist. Wir hatten Live- Events, wir konnten Freundinnen und Freunde im Blogteam begrüßen und wir haben noch so manchen Schabernack getrieben.
Und da, wo wir dieses Jahr aufhören, machen wir im nächsten Jahr weiter.
Wir sind gespannt, was nächstes Jahr bringt.

In diesem Sinne, kommt gut in das neue Jahr gerutscht, auch die, die Arbeiten müssen.

Euer Nachtwind- Team

Ein kleiner Weihnachtsgruß

Der Hartmann | 24.12.17 | / | 1 Kommentar
Liebe Freunde und Mitleser,
wir vom "Nachtwind"- Team wünschen euch allen ein paar angenehme Feiertage. Kommt gut durch die festliche Zeit und habt eine schöne Zeit mit euren Familien und/ oder Freunden, was ihr sowas in die Richtung geplant habt.
Allen, die auch über Weihnachten arbeiten müssen wünschen wir allzeit ruhige und/ oder störungsfreie Schichten. 

(Das Bild zeigt übrigens den Essener Weihnachtsmarkt) 



Fotohäppchen: Sonnenuntergang in Essen

Der Hartmann | 20.12.17 | / / | Kommentieren
Ich liebe ja Sonnenuntergänge. Umso mehr freute ich mich, als ich auf dem Weg zum letzten "Nachtwind Live" war und meinen Fotoknipps dabei hatte,


Videos: NachtwindLive! vom 24.11.2017

Wir haben es mal wieder gemacht! Wir waren mit unserem Blog live auf der Bühne, haben unser Team und tolle Gäste zusammen geholt, um frischen Content für euch zu produzieren. Ganz nebenbei haben Andy und Jay die Stuntmen-Moderation erfunden, Tobi musste kritischem Druck standhalten, Hanna hat einen ihrer schönen Texte gelesen und auch hinter den Kulissen waren wir im vollen Einsatz.

Als Gäste hatten wir Christina Keilmann, Dramaturgin am KJT mit einem Filmprojekt mit Geflüchteten; Jens Eike Krüger, angehender professioneller Spaziergänger und Musiker und überhaupt alles; darüber hinaus noch Batman, als Daniel Buth, der im Kostüm für den " "Helden für Herzen e.V." einsteht. 

Ob der Einsatz sich gelohnt hat, könnt ihr in diesem ersten Paket Videos, gebündelt als fesche Playlist selbst überprüfen.



In den nächsten Tagen reichen wir auch noch einige der schönen Fotos nachreichen und die Interviews als Podcasts hocharbeiten. Wir wünschen viel Freude! 

Gesprächsstoff #005 - Musikpsychoanalyse

Glaubst du, dass man anhand der Musik, die jemand gerne hört, auf den Charakter rückschliessen kann? 

Jay sagt:

Die anderen können sich ihre Antworten klemmen. Da gibt es keinen Zweifel dran und da gibt es auch gar nichts zu besprechen. Die Musik die jemand gerne hört, spiegelt ganz sicher die Seele wieder. Nicht nur, welche Musikrichtung es ist. Am Ende haben die Texte ja doch auch einen Sinn, eine Stimmung und womit wir uns gerne berieseln sagen, erzählt alles über uns. Mein Musikgeschmack ist zum Beispiel eine Katastrophe und eine Herausforderung an jeden sensiblen Gehörgang. Und das passt zu mir. Provozieren, nerven, kratzen, auffallen. Das bin ich.

Wo Romano, Scooter, DCVDNS, Hadouken!, Ali As, Prophets of Rage, Angerfist und und und aus noch so verschiedenen verrufenen Musikrichtungen zusammenkommen, da bin ich. Und neugierig bin ich auch. "Dein Mix der Woche" ist die beste Funktion an Spotify, die Vorschläge von Last.fm habe ich damals gefeiert und in mein Leben übernommen.

Außerdem funktioniert es auch andersherum. Manche von uns entscheiden sich für Musikrichtungen, weil sie eine Subkultur beinhalten, die zu uns passt. Wir tragen die Klamotten und kaufen die passenden Festivaltickets. Das gibt Sicherheit. Das ist nice.



Tobi sagt:

Ich weiß nicht, ob Jay damit Recht hat. Nehmen wir mich als Beispiel.
Bei den Genres bin ich querbeet unterwegs. Momentan höre ich fast nur Reggae. Eine lockere, entspannte Musik, bei der man davon ausgehen könnte, dass ich eine ausgewogene Seele hätte, die nichts aus der Ruhe bringen könnte. Das trifft allerdings bei mir nicht zu.
Ich versuche zwar stets locker und ruhig zu sein, doch das gelingt mir nicht allzu häufig. Das heißt, dass wenn ich Rastafari- Sounds höre, habe ich nicht meine Seele im Ohr.
Auch textlich gibt es Differenzen. Reggae setzt sich kritisch mit der Gesellschaft auseinander, was soweit auch bedingt auf mich zutrifft. Allerdings wird oft der Genuss von Marihuana für gut befunden und glorifiziert, was ich genau gegenteilig sehe.
Im Metal nicht anders. Kirchen anzünden oder auf einem Piratenschiff über die Weltmeere schippern und literweise Rum süffeln passt auch nicht sonderlich zu mir.


Was jedoch richtig ist ist, dass man anhand der Musik auf die Laune einer Person schließen kann. Glaube ich zumindest.
Auch hier ziehe ich mich wieder als Beispiel ran: Wenn ich stocksauer bin, höre ich fiesen Metal mit Blastbeats und Gitarrengeschrammel.
Geht es mir gefühlsmäßig mies ist Tom Waits mein treuster musikalischer Wegbegleiter.

Es kann sein, dass man aufgrund der Musik auf den Charakter schließen kann, sicher bin ich mir da allerdings mal so überhaupt nicht. Ebenso wenig, ob ich die Frage, die im Raum stand, beantwortet habe.


Andy sagt:

"Sag mir was du hörst und ich sage dir, wer du bist". Früher, als ich jünger war, dachte ich das gilt. Ich dachte, ich könne den Musikgeschmack von Leuten einigermassen einschätzen, wenn ich sie kenne. Oder andersrum: Rede ich mit jemandem über Musik, merke ich sehr schnell wie derjenige tickt. Mittlerweile glaube ich nicht, dass das stimmt. Ich denke Musik und Charakter hängen nur über irgendwelche Stereotypen zusammen. Wer Rock hört sei rebellisch und cool und raucht und wer Jazz hört ist intellektuell und versiert.
Ich glaube bestenfalls lässt sich Musik dazu nutzen zu analysieren, was für ein Bild ein Mensch von sich zeichnen möchte. Was er möchte, wie andere ihn wahrnehmen.

Ich wär nicht ich, hätte ich nicht kurz geschaut, was sagt die Wissenschaft über diesen Zusammenhang. Erstaunlicherweise gibt es nicht soviel Forschung zu diesem Gebiet, wie man vermuten würde. Und meine Kurzrecherche gibt mir in Teilen tatsächlich Recht.


Quelle: Müller, Renate: Musikalische Sozialisation und Identität. Ergebnisse einer computergestützten Befragung
mit dem klingenden Fragebogen - In: Schoenebeck, Mechthild von [Hrsg.]: Entwicklung und Sozialisation
aus musikpädagogischer Perspektive. Essen : Die Blaue Eule 1998, S. 57-74. - (Musikpädagogische
Forschung; 19) - URN: urn:nbn:de:0111-opus-91976


Hanna sagt:

Wenn mensch einen vielseitigen Musikgeschmack hat, kann mensch einen sehr vielseitigen Charakter
haben, oder auch NICHT.
Soll heißen: Ich denke nicht, dass wir am Musikgeschmack anderer Bezug zu deren Charakter nehmen können. Ich höre zum Beispiel von Metal über Musical zu Schlager zurück über Punkrock und wieder hin zu House so ziemlich alles.
Wenn daraus jetzt andere Rückschlüsse zu meinem Charakter ziehen würden, fänd ich das ziemlich oberflächlich. Nicht jeder, der Metal hört, ist der krasse, böse Draufgänger (eigentlich fast niemand, wenn ich mal das letzte WACKEN revue passieren lasse..).
Nicht jeder der Schlager hört, fährt jedes Jahr zum Ballermann.
Ich mag diese Klischees nicht, die über den Musikgenres schweben und ein Klischee sollte erst recht nicht auf einen Charakter angepasst werden!
Musik ist etwas Freies und das sollte sie auch bleiben. Wir lernen uns über Musik und Konzerte aber auch kennen und dann können wir ja selbst rausfinden, wie der Charakter des anderen ist, anstatt das von vorne herein über dessen Musikgeschmack zu analysieren.
Oder wir fragen nach seinem/ihrem Lieblingssong und dessen Bedeutung, da findet sich dann sicher auch viel über den Charakter eines Menschen, wenn wir uns über Gespräche kennenlernen.