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Weststadtstory - Für eine Hand voll Anekdoten

Jay Nightwind | 24.05.18 | / / | 2 Kommentare
Die hier beschriebene Reihenfolge der Ereignisse ist nicht vollständig chronologisch, was im Kern am mittelmäßigen Gedächtnis des Autoren scheitert.



"Das klingt mir alles viel zu kompliziert, du machst das! Es ist Donnerstag, Montag habe ich ein Konzept von dir in meinem Emailpostfach.", so stellt Heinz mich vor die Tür vor der Weststadthalle und jetzt habe ich also scheinbar einen eigenen Poetry Slam, ohne, dass ich das jetzt und so und überhaupt mal geplant hätte.

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Gabriel, irgendwann 2012
Die Dynamik mit Hermann und mir auf Slams war recht einfach. Ich trete auf, wir hängen nicht im Backstage rum und ich beteilige ihn am damals recht üblichen Freibier. Währendessen nehmen wir nichts ernst, machen zynische Anmerkungen zur Moderation, freuen uns aber auch, wenn ein guter Gedanken und ein kluger Scherz dabei sind. In Wirklichkeit nehmen wir aber auch nur für einen Abend später in meiner WG Anlauf, bei dem wir trinken und zocken. Diese Austrahlung hat uns plötzlich zwei weitere Gäste an unserem Tisch beschert.

Gabriel und Tobi sind mit einem Deutschkurs von der Schule da. Tobi knipst schon den ganzen Abend wie ein Berserker mit seiner Kamera, Gabriel war genötigt an dem Slam teilzunehmen. Rückblickend glaube ich, dass sie von Hermann und mir getriggert waren, weil sie das Konzept Bier & Zynismus überzeugte. Als sich herausstellt, dass die Beiden aus Essen sind, wird eine kleine lose Bekanntschaft daraus.

Als feststeht, dass ich einen eigenen Slam organisieren soll, nehme ich meine Erfahrungen aus dem Jugendverband, was dazu führt, dass ich das nicht alleine machen will. Auch wenn es nicht ganz so war, werde ich bis an mein Lebensende behaupten, dass die Rekrutierung von den Jungs so ein Ocean's Eleven Moment war.

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Tobi Katze, Ilja Budnizki und Johannes Floehr fragen mich, ob ich sie verarschen will? Die riesige Halle, die stehend für über 1000 Menschen Platz bietet, ist unser "Backstage". Die drei packen ihre Taschen zur Seite, machten sich darüber lustig und still und heimlich formuliere ich ein erstes Mal, vielleicht nur in meinem Kopf, dass ich irgendwann mal mit dem Slam auf die große Bühne möchte.

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Thomas, 2011
Im Wohnzimmer seiner Mutter hängt ein Bild, wie er mit Sonnenbrille und Pseudomikrofon
irgendjemanden pseudointerviewt. Als ich ihn kennengelernt habe, hat er mich unter seine Flügel genommen. Sonst hätte ich in der Jugendhaus-Clique keine Überlebenschancen gehabt. Dann sind einige Jahre vergangen. Nachdem Thomas mich viele Jahre gepusht hat und ein guter Freund ist, war klar, dass ich dieser Rampensau ohne eigenes Gehege eine Spielwiese geben muss. Gut, dass ich zufälligerweise jetzt diesen Slam hatte. Thomas steigt mit ins Team ein.




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Jay, 201X
Witzigerweise war ich in Hamburg auf dem Zeiseslam von Kampf der Künste. Die Veranstaltungsagentur macht riesige Schiffe von Slams. Ich hatte mich in einem Urlaub in eins der Line-Ups mogeln können. Ich war schon ausgeschieden, als ich auf mein Handy schaute. "Es ist Irrsinn. Wir müssen in der Halle Stühle stellen." - "Jan, wie krass. Es sind so viele Leute da!"
Es ist natürlich beißende Ironie, dass das passiert, als ich nicht da bin. Später wird immer wieder betont, wie krass das war und wie großartig, dass alle Zuschauer geholfen haben, in der Halle noch die Stühle zu stellen.

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Sven Golze lächelt, droht mir trotzdem eine dicke Schelle an. Und das noch während der Film für unser Saisonfinale anläuft. Nach dem Zuschauerrush war klar, dass wir ein dickes Finale in der Halle anbieten wollen. Und das wir das irgendwie ein bißchen anders machen wollen, als andere Slams. Nicht viel. Nur einen Hauch. Am Ende der ersten Saison gab es ein nettes kleines Making-Of, produziert von Stephan Krahwinkel. 
Diesmal haben wir dicker aufgefahren. Auch weil Stephan Lust hatte was richtiges zu drehen und ich bei der WSS die Basis dafür gesehen habe. Entstanden ist unsere Hommage an "Hangover". Inklusive der sanften Täuschung an unserem Publikum und unseren Slammer*innen, dass ich der Einzige vom Team wäre, der fürs Finale da ist.
Als ich auf der Bühne vortäusche, dass ich nochmal das Team anrufe, ist wirklich spürbar Anspannung im Raum. Als der Film beginnt, die Deckung fällt, verändert sich die Luft im Raum spürbar. Ich kann das nicht beschreiben, ich würde heute sagen, es war so, als hätten alle wieder ausgeatmet. Danach hatten wir ein spektakuläres Finale.

An dieser Stelle möchte ich herzlichst Michael Meier und Luigi Aiello danken. Die beiden Veranstalterkollegen haben sofort und mit voller Inbrunst ihre Unterstützung angeboten, wollten Jobs übernehmen und kannten unseren Slam gut genug, dass sie eine große Hilfe gewesen wären. Tut mir leid, dass wir euch angeflunkert haben. Es war aber sehr schön unerwartet diese Solidarität zu spüren.

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Weil wir keine (Sommer-)Pause haben wollen, denken wir uns einen Lehrer-Schüler-Slam aus, die Idee ist großartig und wird nach diesem Beitrag (hoffentlich) geklaut. Schüler*Innen treten gegen ihr eigenes Lehrpersonal in einem Textwettbewerb an. Leider erkennt, trotz Berichterstattung in der Zeitung und Briefe an alle Essener Schulen, keiner das Potential.
Da wir keine Alternative haben, nutzen Thomas und ich die gemeinsamen Pausen im gemeinsamen Job, um uns ein Format auszudenken. Die gemischte Tüte wird in einer geistigen Nacht-und-Nebel-Aktion erfunden und gestaltet. Aus dieser entstehen im Laufe der Jahre zwei Improvisationstheater-Gruppen. Finden wir geil. Hallo Improffesionell!

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Wir wundern uns, dass es diesmal keine Plakate von uns in den Stromkästenflächen der Stadt Essen geben wird. Die Erklärung irritiert uns, auch wenn sie heimlich ein Kompliment an uns ist: Man hat Angst, dass zu viele Zuschauer*Innen kommen und wir welche wegschicken müssen. Daher reduzierte Werbung.

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Na gut. Irgendwie hatten sie ja auch recht. Wir streamen dann mal im Finale das Bühnenbild in den Vorraum. Der Zulauf ist Irrsinn.

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Wir stehen auf der Bühne, es gilt Startplatz Acht aufzurufen. Der Künstler ist nicht erschienen, wir improvisieren. "Ist zufälligerweise jemand im Publikum, der einspringen möchte?" Links im Publikum geht überzeugt eine Hand hoch. Miriam Jagdmann bekommt viel später den Titel unserer "Alpha-Slammerin", nicht ahnend, dass sich irgendwo am Horizont der Slamszene die Slamalphas formieren. Sie ist unsere erste Homeslammerin.

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Zenator Yen, Mukke vom feinsten
Ein Jahr später. Es gilt einen Startplatz aufzurufen. Der Künstler ist nicht aufgetaucht. Wir riskieren es wieder und fragen von der Bühne aus, ob jemand einspringen will. Links im Publikum geht überzeugt eine Hand hoch. Ich bin mir sicher, dass es der selbe Sitzplatz ist wie ein Jahr zuvor. Benjamin Poliak steigt in den Wettbwerb ein, macht einen Text, der viel zu lang ist und muss disqualifiziert werden, weil er keine weiteren Texte im Gepäck hat. 2016 und 2017 wird er deutschsprachiger U20-Meister. Wir sind stolz. Bei uns debütieren ganz schön krasse Leute.

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Im Rahmen eines intensiven Kennenlernens, begleitet mich eine Bekannte zu diversen Slams. Sie hat mit Bühnenliteratur nicht so viel am Hut, schaut sich aber neugierig immer alles an. Als Ruhrgebietsbloggerin hat sie auch einen geschulten Blick auf Veranstaltungen und sie ist bekannt dafür, Trends zu erkennen, bevor sie welche sind. Bei uns kam sie da zu spät, aber als ich laut sage, dass ich gar nicht so ganz verstehe, weshalb wir so anders wahrgenommen werden, hat sie eine These.
Publikum und Fabian F.

Sie sagt, dass auf anderen Großveranstaltungen das Team und die Künstler*Innen hinter einer Wand verschwinden. Im Vorlauf, in der Pause und nach dem Gig, sind alle Durchführenden im Backstage. Wir laufen hingegen mit unseren lächerlich grellen Shirts durchs Publikum, sind ansprechbar und unterstützen alle. Wir weisen auf die kürzeren Toilettenschlangen im Nebenraum hin, machen Scherze mit den Zuschauer*Innen und organisieren noch Kleinkram während der Fahrt. Wir sind nicht besonders krass sage ich heute, wir sind echt, sagt sie damals. Was für uns damals selbstverständlich war, ist heute für mich Mission. Ich möchte Stammzuschauer*innen Hände schütteln und Fragen beantworten. Ich möchte nah sein.

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"Ey, die anderen Slams machen Sommerpausen." - "Geil. Lass das auf keinen Fall auch machen, weil wir Pausen hassen." - "Aber wir hassen Pausen doch gar nicht." - "Schweig, Narr!" Okay. Dann machen wir halt im Sommer Formate, die nicht so ganz Slam sind. Und zwar über die Jahre einen ganzen verrückten Strauß.

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Thomas ist der eher wirtschaftliche Denker von uns. Es wirkt manchmal so, als würde er glauben, Wachstum wäre unendlich. Ich weiß, dass das so nicht ist. Sowohl, dass er das nicht glaubt, aber auch, dass es nicht unendlich ist. Trotzdem redet er mit Feuereifer davon, das Finale noch größer zu machen, den Slam noch größer zu machen. Wenn Essen ca. 500 000 Einwohner*innen hat und jeden Monat etwa 500 davon zu uns kommen, ist das nicht mal ein Prozent. Irgendwann redet er davon, weil es kaum gute Orte gibt, an die wir hinwachsen könnten, dass er in die Gruga-Halle mit dem Slam will. Während wir anderen sagen, dass das unendlich schwer wird, macht Thomas sich auf den Weg in geheimen Netzwerken. Plötzlich haben wir 2017 einen Sommerslam im Musikpavillion des Gruga Parks. Plötzlich ist die GrugaHalle gar nicht mehr so weit weg.



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Während Gabriel einen Fabian rekrutiert, da wir erkennen, dass wir mit der ganzen Arbeit der Videos überfordert sind - Immerhin betreiben wir inzwischen einen der größten Poetry-Slam-Kanäle auf Youtube - spricht uns seit Monaten immer ein Fabian auf unserem Slam an, dass er liebend gerne unser Team ergänzen würde. Plötzlich haben wir ein Medien-Team. Foto, Video, Social Media. Irgendwie machen wir schon lange nicht mehr nur Slam. Sind wir jetzt erwachsen?

Die ganze Truppe, Tommy, Gabriel, Fabian B., Fabian F., Moi, Tobi
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Wir sind stolz aus das, was wir aufgebaut und geleistet haben. Dieser Beitrag hier entsteht. Die einzelnen Momente sind nicht in richtiger Reihenfolge, Jahreszahlen verschwimmen. Lang ist noch nicht alles erzählt.

Immerath, der Preis für billigen Strom


Etwa 20 Minuten braucht man mit dem Auto von Mönchengladbach nach Immerath.
Immerath ist ein Stadtteil von Erkelenz im Rheinland. Besser gesagt, war ein Stadtteil von Erkelenz, denn seit 2006 hat sich hier einiges verändert. Kurz hinter Immerath befindet sich der Tagebau von Garzweiler II, einem riesigen Abbaugebiet von Braunkohle, das vor keinem Hindernis Halt macht.

15 Ortschaften wurden bereits von Bewohnern geräumt und weitestgehend dem Erdboden gleichgemacht, zwei sind aktuell kurz davor. Immerath gehört dazu. Noch leben hier vereinzelt Menschen, ein kleines Unternehmen findet sich noch vor Ort, ein Schafhirte ebenfalls.

Allerdings läuft man, wenn man dort ist, an unzähligen verbarrikadierten und verlassenen Häusern vorbei. Es ist ruhig in dieser Ortschaft. Man hört die Fahrzeuge auf der nahe gelegenen Autobahn A61 dröhnen, die Baumaschinen auf dem Dorfplatz und ab und zu fahren noch Autos durch den Ort.

Auf dem Friedhof von Immerath stehen noch ein paar Grabmäler aber der Großteil ist leer. Es ist zwar nur eine kleine Anlage aber man schaut in einige verwaiste Grabreihen, bei denen man erkennen kann, dass es schon länger her ist, dass jemand dort seine vermeintlich letzte Ruhe gefunden hatte.

Die Bewohner Immeraths wurden in andere Ortschaften umgesiedelt, es entstand auch ein neuer Stadtteil in Erkelenz. Immerath (neu) heißt das neue Gebiet, wo Menschen aus verschiedenen Dörfern nach der Umsiedelung eine neue Bleibe gefunden haben.


Ich war zwei Mal dort. Das erste Mal war Mitte 2017, das zweite Mal war Ende 2017. In dieser doch eigentlich recht kurzen Zeit hat sich so einiges getan. Mehrere Häuserreihen wurden abgerissen, weitere Straßen wurden abgesperrt und die Atmosphäre war noch bedrückender.

Und jetzt, Anfang 2018 geht es mit dem Abriss des Ortes weiter.

RWE hat nun, am 08.01.2018 trotz Protesten von Greenpeace und ehemaligen Anwohnern angefangen, den "Immerather Dom" abzureißen. Der vermeintliche Dom war die St. Lambertus- Kirche und verdankte diesen Spitznamen seiner enormen Größe.

Es war ein wirklich schönes Bauwerk mit zwei Türmen und einer großen Basilika. Bei der Einfahrt nach Immerath konnte man im linken Turm allerdings schon sehen, dass an den oberen Fenstern mehrere Steine fehlten.

Seit 2013 ist der "Dom" entwidmet und wurde an RWE übergeben, die diesem Bauwerk nun ein Ende setzt.

Lange wird es wohl nicht mehr dauern, bis der Rest von Immerath folgt und komplett verschwindet, bevor die Schaufelradbagger kommen.

Alles für die Braunkohle.


Kirche St. Lambertus ("Immerather Dom")
Brankohletagebau "Garzweiler II"



Bericht: "Wie süß sind die denn?"

Jay Nightwind | 15.12.17 | / / / | Kommentieren
Jays Sicht:
Als ich mich in die letzte Reihe setze, blinkt wieder die Chronik zu diesem Showabend auf, den ich mir dann gleich angucken würde: Im April 2012 spricht mich auf meiner – noch kleinen niedlichen – Slamveranstaltung in der Weststadthalle eine Studentin an, welche Garderobendienst hatte. Sie würde auch Texte schreiben, hauptsächlich Kolumnen für eine Studentenzeitschrift und das mit dem Poetry Slam, was wir da machen, das würde sie gerne mal ausprobieren. Im nächsten Monat steht sie dann bei unserer Weststadtstory auf der Bühne.

Schwupp! Es vergehen ein paar Jahre, es klingelt in meinem Postfach. Sandra Da Vina war in den Jahren fleißig. So hat sie zwei Bücher geschrieben, tourt inzwischen mit einem Soloprogramm durch Deutschland, taucht in Rundfunk und Fernsehen auf und erntet damit die Früchte ihres Fleißes. Mit dem sie, meiner Einschätzung nach, nie selbst so hausieren gehen würde. Sandra schreibt mir, dass sie mit zwei Bühnenfreunden gerne eine einmalige Lesebühne in Essen machen wollen würde, für einen guten Zweck. Und dafür würde sie eigentlich am liebsten in "mein" Haus, die Weststadthalle.

Ein paar Wochen später ist also einer dieser seltenen Fälle, wo ich als Zuschauer in die Weststadthalle komme. Nach inzwischen Sieben Jahren in der Poetry-Slam- und Bühnenliteratur-Szene habe ich schon vieles gesehen und manchmal, ganz ganz manchmal, sind die Abende zwar sehr schön, können aber nicht mehr aus der Masse der konsumierten Inhalte rausstechen.

Als Handwerker der selben Zunft guckt mensch auch nochmal anders auf so einen Abend. Das Analyse-Tool bleibt dann meist an, es wird nicht nur genossen, sondern auch gemessen.

Jetzt sitze ich also an meinem Rechner und habe das Bedürfnis, von dem Abend zu erzählen. Weil es ein richtig guter Abend war. Einer, von dem Leute halt unbedingt wissen sollten, damit sie neugierig werden, wenn sich so etwas nochmal ankündigt. Damit sie nichts verpassen. Ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Abend erleben durfte, nicht nur, weil er handwerklich gut war.

Mein persönlicher Bezug zu Sandra stellt sie natürlich bei mir in einen Fokus, aber ihre beiden Begleiter möchte ich natürlich nicht aussparen: Florian "Flori" Wintels ist ein dekorierter Poetry-Slam-Profi, technisch aus Niedersachsen, schicksalshafterweise aber aus Paderborn. Piet Weber ist natürlich auch Poetry-Slam-Profi mit Meisterschaftserfahrung, kommt aus Berlin und bringt auch den zuvorerwähnten guten Zweck mit.

In einem Satz: Eine Strukturschwache Region im Norden Ghanas wird gestärkt und Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche ermöglicht. Die Hintergründe zu dem unterstützten Projekt findet ihr hier: http://www.africa-action.de/wulugu.html.

Auslöser für die Lesebühne ist dabei auch der Entschluss von Piet Weber, alle seine Gagen aus dem Dezember direkt in das Projekt zu investieren. Er suchte dafür Bühnen und Spielorte, die bereit waren einen Auftritt von ihm quasi gegen eine Spende zu tauschen.
Nachdem also etabliert ist, dass es an diesem Abend nur Gewinner geben könnte, mussten die Drei das aber auch ausfüllen. Zuschauer*Innen wollen trotzdem unterhalten werden, guter Zweck hin oder her.

Unterhaltung heißt halt nicht nur, dass ich den ganzen Abend mir die Locken aus der Frisur schüttel vor Lachen, sondern sogar noch viel eher, dass ich mich wohl fühle. Schon ab dem ersten Moment auf der Bühne, bis zur letzten abschließenden Moderation, gab es nur positive Stimmung zu spüren. Piet, Sandra und Flori standen da nicht als die Profis, die sie sind, sondern lassen mich vermuten, dass da dichte Freundschaften bestehen. Auch wenn viele Segmente dazu eingeladen hätten, hier und da eine Spitze auf jemanden abzufeuern, wurde sich auf der Bühne unterstützt und gefeiert. Wenn Sandra spontan laut gelacht hat, Flori den Piet in einem Spiel als den süßesten Menschen vorstellt, dann hat auch mein Analysetool mir gesagt, dass wir nicht mehr in der Weststadthalle, sondern im Wohnzimmer der Drei sind.

Deshalb wurde an dem Abend zusammen mit dem Publikum gespielt und gesponnen. Mit Lückentexten, Auktionen und Süßig-keits-wettbewerben mit PowerPointStütze. Ich befürchte fast, nicht genau beschreiben zu können, wie sie es gemacht haben, weil dann irgendwann, wenn es schön ist, auch der Handwerker mit Analyseblick sich frei macht und zurücklehnt. Vielleicht hilft der für mich schönste Moment des abends, um zu verstehen:

Als Flori Wintels die Auktion durchführt und moderiert, läuft er richtig heiß. Mit dem Auktionshammer eskaliert er auf dem Tisch auf der Bühne herum, bekommt einen schelmischen Glanz in den Augen und schlägt dann einfach auf das herumliegende Glockenspiel. Er spielt. Also nicht Musik, sondern er lebt sich einfach aus. Das hat Spaß gemacht beim Zuschauen. Und Lust darauf gemacht, auch ein bißchen mit sehr kleinen Hämmern willkürlich auf Dingelchen herum zu hauen. Sandra und Piet sitzen dabei auf dem Sofa, folgen der Auktion, lächeln und lassen Flori einfach seinen Platz. Niemand versucht sich rhetorisch vorzudrängeln, alle sind gleichwertig, ohne das alle gleich sind. Das fand ich super schön.

Und das liest sich vielleicht auch für so einen Nachbericht übermässig pathetisch, vielleicht ist es sogar unverhältnismäßig, aber wenn eine einmalige Lesebühne halt so einen schönen Abend geschaffen hat, dass mir schon in der Pause klar ist, dass ich darüber schreiben möchte, dass ich Leuten davon erzählen möchte, dann hat das eine Bedeutung. Wenn so ein Abend eine bereitsvorhandene Begeisterung für Texte, Bühne und Unterhaltung noch weiter anschieben kann, dann ist das diese ganz große Qualität, die so viele erreichen wollen.

Vielleicht bin ich aber auch massiv voreingenommen, weil ich an dem Abend ein T-Shirt mit Flori Wintels drauf ersteigert habe.


Miriams Sicht:
Dieses Shirt... Nicht gerade mein Highlight des Abends. Aber von vorne: Montagabend ploppt auf meinem Handy eine Nachricht auf: "Kommst du mit?", schreibt mir ein Freund. Mitgeschickt der Link einer Facebook-Veranstaltung. Das Titelbild: Drei lächelnde Menschen, von denen ich genau eine mit Sicherheit identifizieren kann. Sandra Da Vina. Flüchtig bekannt und von mir bewunderte Slammerin aus meiner Heimatstadt Essen. Die anderen Beiden kenne ich höchstens vom Hören-Sagen: Flori Wintels und Piet Weber. Der Titel der Veranstaltung: "Wie süß sind die denn?" Ein kurioser Titel für eine Bühnenshow, denke ich. Ein Format-Titel wie "Lesebühne" oder "Poetry Slam" wäre sicher eindeutiger gewesen, hätte mich aber auch weniger neugierig gemacht

Tatsächlich haben Sandra, Flori und Piet mit so einem schwammigen Titel auch alles richtig gemacht. Denn in klassische Formate lässt sich dieser Abend eben nicht so richtig einordnen. Mit einer guten Mischung aus Texten ohne Wettbewerb, Wettbewerb ohne Texten dafür mit Bildern, Musik und lockeren Publikumsinteraktionen, haben die drei etwas für mich Neues auf die Bühne gebracht.

Etwas Neues in dem vorallem ganz viel Herz steckt. Das schien den gesamten Abend immer wieder durch. Das fängt schon damit an, dass zwei von drei Menschen eine Anreise von über 100 und über 500 Kilometern hatten. Auch, dass die Künstler für den guten Zweck auftraten und selbst keinen finanziellen Vorteil aus dem Abend gezogen haben macht das deutlich. Dazu kommen noch Dinge wie eine eine gute Vorbereitung, die mensch zum Beispiel dadurch bemerkt hat, dass ein Konzept hinter dem Ganzen steht, oder dass sich Gedanken über immer wieder auftauchende Elemente gemacht wurde, wie zum Beispiel einen Voice-Opener.

Dass viel Herz in diesem Abend steckte, zeigte sich aber am deutlichsten durch den Umgang der Künstler untereinander. So konnte mensch spüren, dass die drei den Abend wirklich als gemeinsames Projekt realisiert haben. Anstelle von Einzel-Charakteren, die, jeder für sich, ihre Slots füllen, traten die Drei als Team auf, dem mensch auch abnimmt, dass es tatsächlich eins ist. Obwohl jeder Künstler Zeiträume hatte, in denen er sich individuell präsentieren konnte, herrschte den gesamten Abend eine starke Dynamik zwischen Sandra, Piet und Flori. Als Zuschauer war das echt schön anzusehen. Darüberhinaus schafften es die Künstler den Abend ihren Bock und ihre Energie an das Publikum weitergeleitet. Das gelang nicht nur in den interaktiven Teilen des Abends sondern auch dann, wenn mensch einfach "nur" zuschauen musste.

Einziges Manko dieses Abends: Das T-Shirt mit Flori Wintels drauf, das Jan ersteigert hat. Das ist halt leider mal so überhaupt nicht süß.

Slambericht: Der Essener Zwanni vom 09.11.17

Hanna Flieder | 08.12.17 | / / | 1 Kommentar

Der “Zwanni” ist in Essen angekommen!
Das heißt, es gibt hier jetzt auch einen U20 Slam für Poet*innen bis 21 und die erste Runde lief bereits im November im EMO an.

Das war eine sehr erfolgreiche und spaßige Angelegenheit.
Der Hüweg, ein Jugendhaus in Essen-steele,  bot Platz für die zweite Runde.

Beim “Zwanni” lesen sich die Poet*innen durch zwei Vorrunden und das Publikum stimmt per “Händchen” für seine Lieblinge ab.

An diesem Abend ging es ab, von erstklassigem Bühnenbild, über musikalische Unterstützung, bis hin zu großartigen Künstler*innen war alles am Start!

Diesmal gab Greta Lamme das musikalische Vorprogramm und sorgte so für gute Stimmung, mit Gitarre und Gesang. Besonder gut kam ihr Song-Medley an und sie trug mit ihrer lockeren Art zum Wohlfühlambiente bei.

Danach zeigte Miriam Jagdmann als Feature was so ein Text eigentlich ist und dann ging es in die erste Vorrunde. Marie Cathleen, Lena Meckenstock, Janina Balzer, Matilda Heyer, Kim Catrin und Oliver lasen über Party und Whats App über Freundschaft und Liebe und kamen so sehr gut durch die erste Runde.

Nach einer kurzen Pause leitete Greta mit Musik die zweite Vorrunde ein, in der es wieder sehr gute Texte über Eis und Party über Stadt und Heima gab.

Mit einer sehr knappen “Händchen”- Abstimmung entschied Janina schließlich den Abend für sich und nahm zwei Tüten Süß- und Saurigkeiten und einen Startplatz für den Ruhrpokal mit nach hause.

Es war ein guter Abend, ein echter Abend. Und es liegt schon die Spannung in der Luft, was wohl beim nächsten “Zwanni” der am 26.01 im EMO stattfinden wird, so abgeht.

Die Done-Liste

Jay Nightwind | 04.12.17 | / | 1 Kommentar
Sich produktiv fühlen ist wirklich knifflig. Es gehört leider zum Leben dazu, hier und da mal was zu tun, was bewirkt, dass mensch spürt, an dieser Welt beteiligt zu sein. Das Konzept nennt sich Selbstwirksamkeit und nervt ordentlich rum. Sobald wir auf diesem Planeten als Person realisiert werden, wollen wir auch irgendwie Einfluss haben. Und wenn es nur ist, indem wir als Baby rumschreien. Seit damals, seit wir geschlüpft sind, haben wir dazu gelernt. Wir haben gelernt wahrzunehmen und zu verstehen. Zur Wahrnehmung gibt es im Paket noch ein paar Wahrnehmungsfehler oben drauf.

Bei der Produktivität sieht das häufig so aus: Unser Leben läuft vorwärts, wir gucken zur Seite und sehen, wie krass alle anderen unterwegs sind. Die sind super produktiv. Soziale Medien haben diesen Effekt, diesen Eindruck verschärft. Regelmäßige Statusupdates suggerieren, dass ständig was los ist in unserem Umfeld, während wir an einem Gerät hängen und "nichts" tun.
Jetzt kommen die Logiker*Innen an und argumentieren, dass mensch nie nichts tun kann und überhaupt. Ich weiß ja nicht, wie es euch damit geht, mir hilft dieser pauschalisierende Blickwinkel nur selten. Ich sehe trotzdem, dass alle anderen ständig unterwegs sind, was unternehmen, Videos und Lieder produzieren, im Urlaub sind und so weiter.

Häufig denken wir am Ende einer Woche, dass wir gar nicht so viel geschafft haben. Da spielt uns unsere Psyche einen Streich: Unser Gedächtnis kann sich nicht erledigte Aufgaben besser merken, als erledigte Aufgaben. Das haben kluge Menschen in der Psychologie herausgefunden vor vielen Jahren. Nicht-Erledigtes fühlt sich wie ein Misserfolg an. Misserfolge bleiben also, Erfolge verschwinden.

Klingt für mich nicht gut. Ich möchte meine Erfolge sehen, sie auftürmen und dann darauf trohnen! Na gut, sie zu sehen reicht mir eigentlich schon. Und um das zu leisten, ohne das meine Wahrnehmungsverarbeitung mich austricksen kann, brauche ich ein Werkzeug. Manchmal hat mensch das gute Werkzeug schon im Kasten, aber übersieht, dass es andere Funktionen hat. So bin ich auf einen Verwandten der "To-Do-Liste" gestoßen: Die Done-Liste.


In verschiedenen Kategorien, die ich ganz persönlich wichtig finde für meine Leben, habe ich einzelne Kategorien erstellt auf die ich achten möchte. Dinge die ich mir vorgenommen habe zu lernen oder auch Sachen von denen ich weiß, dass ich sie mal vernachlässige. Außerdem aber auch Sachen, die ich oft unspezifisch tue, die auch produktiv sind für mein Leben, aber durch meine Filter fallen. Sowas wie Haushalt zum Beispiel oder Lesen.

Am Ende jeden Tages halte ich nun also für mich nach, welche der Sachen in der Tabelle ich an diesem Tag gemacht habe. Das soll für mich den Effekt haben, mir nochmal eine Basis zu geben den Tag zu reflektieren. Darüberhinaus sammel ich aber auch quasi Punkte. Der Videospieler in mir liebt das. Nicht nur, dass ich plötzlich anfange visuell zu erkennen, dass ich doch recht effektiv bin, ich kann auch mir einen entspannteren Tag gönnen, wenn ich sehe, wieviel ich die letzten Tage geschafft habe. Außerdem kann ich sehen, ob ich mich vielleicht noch mal verlagern möchte. 

Ein Beispiel: Wenn seit Tagen ich immer Sport mache, das Büro sauber geführt ist (definitiv Beispiel und nicht Realität), aber mich weder kreativ noch sozial ausgetobt habe, zeigt in meinem Fall die Tabelle darauf. "Hey Jan, du hast dich jetzt zwei Tage nicht um dich als Person gekümmert, nehm dir mal diesen Moment." Das produziert Aufmerksamkeit, die modern auch oft als "Achtsamkeit" verbucht wird.

Vorsicht: Der professionelle Pessimist könnte immer noch auf die Lücken gucken und am Ende eines Monats immer noch bescheinigen, was alles nicht passiert ist. Und wir arbeiten ja daran, unseren Optimisten auch zu professionalisieren. Daher ist es wichtig, das Ganze als Prozess und nicht nur Momentaufnahme zu sehen. Denn wenn ich dann über Monate hinweg meine Punktzahlen halten kann oder vielleicht jeden Monat ein bißchen besser werde, dann hat auch der Pessimist nichts mehr zu melden.
Auch-Vorsicht: In einigen Kategorien ist manchmal auch einfach nichts mehr zu tun. Wenn die Hütte schon glänzt und blitzt, dann braucht es keinen Druck, doch noch was zu tun. Dann darf gethront werden. Dann darf das "Ich hab mein Leben gut genug im Griff"-Banner über der Wohnungstür aufgehangen werden.

Fazit:
Ich mag Methoden und probiere das für euch aus. Ich werde hier und da mal ein Update abwerfen im Blog. Wenn ihr das auch testet, bin ich neugierig auf eure Erfahrungen.

Die Gefahren im Bahnbetrieb

Der Hartmann | 04.09.17 | / / | 3 Kommentare
Das Eisenbahnnetz in Deutschland stellt einen wichtigen Punkt im Personenverkehr dar und ist für viele Pendler unerlässlich.
Doch worüber sich viele nicht im Klaren sind ist, dass von Zügen und Infrastruktur immense Gefahren ausgehen. Die meisten wissen es nicht, weil sie sich vorschriftsmäßig verhalten, was auch durchaus gut ist. 
Doch man liest immer wieder, dass Menschen durch den Eisenbahnbetrieb schwer verletzt, oder gar getötet werden. 

Aber was ist denn so gefährlich am Zugverkehr?

Der Sog
Eine große Gefahr, die vom Zug selber ausgeht, ist der Sog. Das heißt, dass wenn man sich zu nah an einem durchfahrenden Zug aufhält, man durch die verwirbelte Luft angesaugt wird und im schlimmsten Fall umhergeschleudert wird. Das kann tatsächlich tödlich enden. Deswegen gibt es auf jedem Bahnsteig eine weiße Linie, die man erst übertreten darf, wenn der Zug steht. Besonders bei durchfahrenden Güterzügen sollte man nicht zu sehr den Mutigen spielen, denn dadurch, dass zwischen den Wagen ein gewisser Abstand herrscht, ist die Sogwirkung wesentlich stärker. 
Die weiße Linie auf dem Bahnsteig sollte also dringend ernst genommen werden und nur übertreten werden, wenn der Zug steht.

Fehleinschätzung auf der Bahnsteigkante
Das bringt uns zum nächsten Punkt, denn was besonders Jugendliche und junge Erwachsene gerne tun ist, sich auf die Bahnsteigkante zu setzen. 
Dass das nicht erlaubt und wirklich dumm ist, ist ja eigentlich klar. Dennoch nutzen manche Menschen die Bahnsteigkante als Sitzmöbel und nutzen die "Entschuldigung": "Ich höre doch, wenn ein Zug kommt". 
Und diese Einschätzung ist fatal. Denn besonders moderne Leichtbautriebwagen oder Leichtbautriebzüge hört man erst sehr spät. Besonders bei Elektrotraktion ist das Summen des Fahrmotors nicht laut und je nach Windrichtung hat man keine Chance es zu hören. 
Das gilt allerdings auch für größere Maschinen. Man hört sie schlicht nicht, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. 
Und nein, auch das Argument, man sehe die Züge ja, die Strecke sei ja schließlich schnurgrade ist falsch. 
Grade in Zeiten von Smartphone und Tablet lässt man sich sehr schnell ablenken und schaut nicht permanent auf die Strecke. 
Zumal, was viele Menschen nicht bedenken ist: Der Zug kann auch aus der anderen Richtung kommen. 
Auf der Bahnsteigkante sitzen hat schon vielen Menschen Gliedmaßen oder das Leben gekostet. Deswegen hat man dort auch nichts zu suchen. 

Der Bremsweg
"So ein Zug hat ja auch Bremsen". Auch diesen Satz habe ich schon (mehrfach!) gehört. 
Ja, es ist richtig. Ein Zug hat Bremsen. Nur vergisst man schnell, dass der Bremsweg wesentlich länger ist, als bei einem Auto, denn hier drehen sich Stahlräder auf Stahlschienen. Man muss kein Physiker sein um zu erkennen, dass hier eine wesentlich geringere Haftung vorliegt, als bei Gummireifen, die auf Asphalt rollen. 
Ein ICE mit 300 km/h hat einen Bremsweg von mehreren Kilometern! Ein Güterzug mit mehreren Tausend Tonnen Gesamtgewicht und 100 km/h braucht auch locker 700 bis 1000 Meter, bis er steht. Diese Fehleinschätzung der tatsächlichen Gefahr, ist für viele Menschen schon tödlich ausgegangen. 

Die Oberleitung
Viele Züge sind ja bekanntlich mit Strom unterwegs. Auch hier lauert eine Gefahrenquelle, die viel zu schnell unterschätzt wird. Denn Elektrizität ist gefährlicher, als man denkt. Schon die normale Haushaltssteckdose mit etwa 230 Volt kann verheerende Folgen haben.
In der Oberleitung der Bahn fließen weit höhere Spannungen. Hier reden wir von 15.000 Volt! Das ist verdammt viel. Und das Ganze bei einer Frequenz von 16,7 Hertz.
Umso trauriger ist es, dass man immer wieder von schwerverletzten oder toten Jugendlichen liest, die sich etwas beweisen wollten und auf abgestellte Güterwagen geklettert sind.
Denn entgegen des Volksglaubens, braucht man die Oberleitung nicht zu berühren, damit der elektrische Strom durch einen fließt.
Die Unterschreitung eines Mindestabstandes reicht da vollkommen aus.
Besonders bei Nieselregen, Nebel oder anderem schlechten Wetter, ist auch dieser Abstand zu wenig.
Eine Oberleitung ist nicht zu unterschätzen und man sollte gebührenden Respekt davor haben. Ganz davon abgesehen, dass man ohnehin auf Güterwagen nichts verloren hat.

Bahnübergänge
Diese Liste wäre nicht vollständig, ohne eine der größten Unfallquellen im Eisenbahnbetrieb. Die Rede ist vom Bahnübergang.
An sich ist die Benutzung eines Bahnübergangs (kurz: Bü) keine gefährliche Sache. Doch es kommt immer wieder zu Unfällen, besonders an solchen Überwegen, die mit einer Halbschrankenanlage oder "nur" einem Andreaskreuz gesichert sind.
Das Problem ist oftmals die Ungeduld der Leute. Die Halbschranke wird gerne umfahren oder umlaufen, wenn die Schranken zu lange unten sind. Oder manchmal reicht auch die Tatsache, dass sie unten sind schon, dass Wegenutzer der Ansicht sind, sie müssten den Bü trotzdem genau jetzt überqueren. Das haben viele Menschen schon mit dem Leben bezahlt und es ist immer wieder Thema in den Lokalteilen von Zeitungen.
Bei unbeschrankten Bahnübergängen liegt der Fehler oft darin, dass der Verkehrsteilnehmer nicht gründlich genug schaut, ob sich ein Zug nähert. Der Einfallwinkel der Sonne spielt da auch ab und zu eine Rolle.
Doch auch so ein Bahnübergang ist gesichert und zwar durch das Andreaskreuz, das dem Wegenutzer signalisiert, dass sich ein Bahnübergang vor ihm befindet und dass der Schienenverkehr Vorrang hat. An Bahnübergängen ist Vorsicht geboten. Und zwar immer!

Gegenstände im Gleis
Was gar nicht geht und unfassbar gefährlich ist, ist das Platzieren von Gegenständen im Gleis. Im August diesen Jahres erst ist im Bereich Gelsenkirchen ein Baumstamm auf die Gleise gelegt worden. Das heißt, dass irgendein unfassbar dummer Mensch sein eigenes Leben riskiert hat, indem er den Gleisbereich unbefugt betreten hat und, was noch viel schlimmer ist, er das Leben der Fahrgäste und des Zugpersonals aufs Spiel gesetzt hat. Das hätte ganz schnell ganz fies enden können.
Grade in der Ferienzeit häufen sich auch die Meldungen von Kindern im Gleis, die Schottersteine auf die Schienenköpfe legen.
Natürlich, so ein Zug ist schwer. Aber es werden drei entscheidende Faktoren außer Acht gelassen: Erstens haben Kinder sich nicht unbefugt im Gleis aufzuhalten, Zweitens kann ein Schotterstein, der ja auch ein gewisses Eigengewicht hat, das Fahrzeug stark beschädigen und Drittens kann ein umherfliegender Schotterstein zu einem tödlichen Geschoss werden. Und ja, auch hierzu gibt es bestätigte Fälle, wo das böse audgegangen ist.

Weichen
Auch Weichen können schnell gefährlich werden. Was Gleislatschern oft nicht klar ist, ist, dass wenn sie zwischen die Weichenzunge und die Backenschiene treten, sich die Weiche umstellen kann und den Fuß irreparabel kaputtquetscht.
Eine Weiche hat eine Stellkraft von ca. 5500 Newton, was ca. 560 Kilo sind.
Das heißt: Wenn sich ein Fuß in der Weiche befindet und sich die Weiche umstellt, ist der Fuß ab. Auch hier wieder der Hinweis: Haltet euch aus dem Gleisbereich raus.

Gleisbereich
Wo wir grade schon beim Gleisbereich sind, auch hier lauern noch Gefahren.
Sowohl Schienen als auch Schwellen können sehr schnell rutschig und glitschig werden. Grade bei schlechtem Wetter. Es ist schon mehrfach vorgekommen, dass Menschen so ungünstig auf Schwellen oder Schienenköpfen ausgerutscht sind, dass sie sich Wirbel gebrochen haben oder gar an ihren Verletzungen gestorben sind. Auch schon passiert ist, dass Menschen ausgerutscht sind und vor einen fahrenden Zug gestürzt sind.
Und genau aus solchen Gründen, ist der Gleisbereich ein Bereich, in dem sich nur ausgebildete Mitarbeiter und unterwiesene Kräfte aufhalten dürfen. Und auch nur dann, wenn es zur Erfüllung ihrer dienstlichen Aufgabe dient.


Für alle Anderen gilt: Im Eisenbahnverkehr passieren oft schlimme Dinge, die sich durch Befolgen der Regeln hätten vermeiden lassen können.
Tut uns Eisenbahnern, euch selbst und den Menschen, die euch gern haben einen Gefallen: Haltet euch an diese Regeln. Tut nichts Unüberlegtes und seid vorsichtig. 

Getestet: Bouldern

Jay Nightwind | 11.08.17 | / / | 2 Kommentare
Bildquelle:Wikicommons
Andere werden euch antworten, dass Bouldern freies Klettern ohne Sicherung ist, an niedrigen künstlichen Kletterwänden. Häufig mit Schaumstoffmatten gesichert, kann mensch sich aus jeder Höhe fallen lassen.
Wieder andere werden euch sagen, dass es die Lieblingssportart von Surfer-Boy-Optik-Studenten ist, die Sport und Globetrotter auf Lehramt studieren. Das mag Beides richtig sein.

Ich behaupte, dass es beim Bouldern darum geht eine Wand voller Rätsel zu lösen, wie sie auch in einem Professor Layton-Spiel oder auch einer Folge Sherlock vorkommen könnten. Nur mit dem Unterschied, dass es keine finalen Lösungen gibt. Die Rätsel beim Bouldern sind die Routen, die vom Startpunkt bis zum Ziel geklettert werden müssen. Dabei geht es nicht nur darum, zu verstehen, was da jemand anderes in die Wand geschraubt hat.

Worum es beim Bouldern geht, habe ich erahnen können, als ich in einer (kontrollierten) Extremsituation war. Wir waren in der Boulderbar von Neoliet in Wattenscheid. Da gibt es an einer Wand einen Überhang, der mich im Griff hatte, weil ich keinen Griff hatte -Haha, Kletterwortwitz. Ich kam gut voran, aber plötzlich sperrte mein Kopf. Mir fehlte das Wissen, wie ich den nächsten Griff schaffen soll. Ich hatte das Gefühl mich aber auch nicht mehr fallenlassen zu können und ganz ehrlich: Ich wollte auch nicht. Mir fehlten zwei Griffe bis zur Spitze der Route, die mit beiden Händen berührt werden muss, damit es zählt. Das kontrolliert niemand, außer einem selbst, aber das reicht auch schon als Druck. Ich wollte das schaffen, merkte aber auch, dass ich nicht mehr zurück konnte. Ich machte eine schnelle Bewegung mit dem Arm zum nächsten Griff, verlor aber den Halt und prallte kurz gegen die Wand. Während ich stolz war, dass ich noch oben an der Wand hing, sagte mein Kopf mir, dass das so ganz schöner Mist war. Ich brach ab und freute mich über einen leicht aufgeschlagenden Ellbogen.

Was geschrieben deutlich spektakulärer klingt, als es aussah, war an der Wand ein Thriller. Und geil. Nervenkitzel in einem kontrollierten Umfeld. Unterhalb der Wände sind weiche Matten, sich fallenlassen macht teilweise sogar Spaß. Ich hatte diese Route nicht durchgespielt. Ich schaute mir an, wie meine Boulderbegleitung die Route löste. Schon bei den ersten Griffen sah ich den Unterschied, aber auch, dass mir das gar nichts nutzt. Ihr Körper war ganz anders als meiner, ihre Bewegungen anders angelegt. Trotzdem sah ich Techniken, die mir helfen konnten. Ich lernte mit meinem Rätsel weiter zu kommen. Beim Bouldern geht es ums Lernen.

Worum es auch geht: Solidarität. Alle sind zum Rätseln und Puzzlen da. Als ich eine andere Route konzentriert anschaute, sprach mich ein netter Mensch an, worüber ich grübelte. Ich sagte ihm, dass ich nicht genau wusste, was die Route von mir wollte, weil ich an einer Stelle sicher war, zu klein zu sein. Er gab mir einen entscheidenen Tipp, der mir bei der Lösung half. Nicht nur für diese Route, sondern auch für meine vorherige Nahtoderfahrung. Es dauerte nicht lange, bis ich bei Fremden beobachtete, mitfieberte und überlegte, wie sie mit ihren Vorraussetzungen die Rätsel lösen konnten. Denn jeder musste für seinen Körper und seine Denkweise eine eigene Lösung finden, konnte mit seinen/ihren Erkenntnissen aber wieder anderen helfen. Vielleicht lag es auch an mir, dass Bouldern so spirituelle kognitive Momente hatte. Schnell unterhält mensch sich mit Fremden beim Bouldern, um ihnen zu helfen, um Informationen zu gewinnen. Irgendwie geht es auch darum, kennenzulernen. Sich, die Wand, Leute, Körper.

Was für mich eine fast schon esotherisch-romantische Aktivität ist, ist aber auch einfach eine wirklich gute sportliche Herausforderung. Bouldern geht in die Arme, die Beine und fordert Geschicklichtkeit. Durch die verschiedenen Schwierigkeitsgrade und Elemente ist es aber für jeden sehr einfach möglich, seinen Einstieg zu finden. In Abhängigkeit davon, wo der Körperschwerpunkt liegt, werden andere Körperregionen trainiert.

Ich empfehle dringend Bouldern erstmal zu testen, denn längerfristige Mitgliedschaften bei den Einrichtungen sind durchaus kostspielig (im Raum Essen), allerdings gemessen an den Leistungen nicht unberechtigt. Immerhin werden in den Einrichtungen hier regelmäßig die Routen verändert, so dass immer wieder neue Rätsel entstehen.

Getestet habe ich die Boulderbar in Bochum, welche sehr groß ist. Sie liegt direkt an der A40 und auch in der Nähe des Bf Wattenscheid. Dort ist es nachmittags recht betriebsam gewesen, aber nie so, dass es mir zu voll vorgekommen wäre. Außerdem bieten verschiedene Flächen auch Ausweichmöglichkeiten. Krafttrainingsgeräte stehen dort auch zur Verfügung.
City Monkey in Essen-Haarzopf kam deutlich persönlicher daher, da die Halle auch deutlich kleiner ist. Die Halle ist per 145er Busverbindung gut zu erreichen und erschien sehr ruhig. In der Qualität der Routen war für mich kein Unterschied zu erkennen, aber ich bin auch Anfänger.

Freund*Innen, wenn ihr aus dem Pott seit, könnt ihr euch gerne mal bei mir melden, ich werde noch häufiger bouldern gehen. Es passt perfekt zu meiner Sportbegeisterung und ist eine gelungene Abwechslung. Und ich mag Rätsel.


Was steckt hinter einer Zugfahrt?

Der Hartmann | 01.08.17 | / / | 1 Kommentar
Wir alle sind schon mal mit der Bahn gefahren oder nutzen sie regelmäßig. Doch was steckt hinter einer Zugfahrt? Was muss im Vorfeld gemacht werden, was passiert während der Fahrt? 

Ich versuche das Wesentliche kurz anzureißen und euch näher zu bringen, denn da steckt eine ganze Menge hinter:
Fangen wir vor der Fahrt an.

Es beginnt mit einem Unternehmen, das eine Fahrt durchführen will. Nehmen wir mal als Beispiel DB Cargo, die einen Güterzug von Seelze bei Hannover nach Gremberg in Köln fahren möchte.

Das Eisenbahnverkehrsunternehmen beantragt nun bei der DB Netz AG diese Fahrt. Die DB Netz AG hat den Großteil des deutschen Schienennetzes in ihrer Verantwortung und kümmert sich um Nutzung und Instandhaltung der Gleise.

Nun schaut ein Mitarbeiter nach einer freien Trasse, die dieser Zug belegen kann und es wird ein Fahrplan ausgestellt.

Das ist wichtig, denn ohne Fahrplan darf kein Zug fahren.
Mit diesem Fahrplan bekommt der Zug eine Zugnummer, die Uhrzeiten und den Laufweg zugeteilt.

In der Zwischenzeit wird im Rangierbahnhof Seelze der Zug zusammengestellt und ein Triebfahrzeug (also eine Lok) davorgehängt.
Der Lokführer oder ein Mitarbeiter des Rangierbahnhofes sind nun damit beauftragt den Zug für die Fahrt vorzubereiten.

Jeder Wagen wird bei einer Wagenprüfung auf Mängel inspiziert und die Bremse im Zugverband wird bei einer sogenannten "Bremsprobe" getestet.
Wenn dann soweit alles in Ordnung ist und der Zug einen Fahrplan hat, ist der Zug abfahrbereit.

Der Lokführer meldet das dem Fahrdienstleiter, der dem Zug dann eine Fahrstraße aus dem Bahnhof auf die freie Strecke einstellt.
Eine Fahrstraße ist ein gesicherter Fahrweg, auf dem der Zug sich bewegt und den Zug dahin fahren lässt, wo er hin soll.

Was macht der Lokführer eigentlich während der Fahrt?
Das Gerücht, er würde nur einen Knopf drücken und er kann die Füße hochlegen, hält sich hartnäckig.

Doch dem ist nicht so, denn der Kollege im Führerstand muss die Signale am Fahrweg beobachten, wissen, was sie bedeuten und deren Bedeutung umsetzen. Und bei Signalen ist es nicht mit einem grünen und einem roten Licht getan.
Nein, es gibt für jeden Pief ein Signal, das eine ganz bestimmte Verhaltensweise des Lokführers fordert.

Außerdem muss der Lokführer in gewissem Maße seinen Fahrweg beobachten und Unregelmäßigkeiten dem Fahrdienstleiter melden. Im Notfall muss er die richtigen Maßnahmen treffen und seinen Zug sicher zum Halten bringen.
Außerdem muss er seine Zugsicherungssysteme bedienen, damit die Fahrt sicher und reibungslos ablaufen kann.

Eine weitere Personengruppe, ohne die sich kein Rad drehen würde, sind die Kollegen im Stellwerk, die sogenannten Fahrdienstleiter.

Sie haben in ihrem Stellwerk einen festgelegten Bereich, für den sie zuständig sind.
Sie sorgen dafür, dass die Züge in diesem Stellbereich dahin fahren, wo sie hinsollen, geben den Kollegen im Führerstand die Zustimmung zur Fahrt durch Stellen von Signalen oder Ersatzmaßnahmen bei Unregelmäßigkeiten, ergreifen im Notfall Maßnahmen (wie etwa Notrufe an die Lokführer abgeben), und disponieren in gewissem Maße.
Außerdem kümmern sie sich um die Beseitigung von Störungen, sofern dies möglich ist. Wenn nicht, wird ein Disponent der Entstörungsstelle informiert, der wiederum die Techniker koordiniert.

Das ist jetzt alles nur sehr grob, die Aufgaben von Lokführern und Fahrdienstleitern sind wesentlich komplexer und umfangreicher, als hier beschrieben. Das würde hier allerdings den Rahmen sprengen.

Kommen wir zu einem sehr leidigen Thema: Die Verspätung.
Jeder kennt sie, keiner mag sie. Doch wo kommen sie her?
Die Gründe für Verspätungen sind sehr vielfältig. Eine sehr häufige Verspätungsquelle ist tatsächlich der Fahrgast, denn beim Halt im Bahnhof läuft oft nicht alles nach Plan.
Fahrgäste berserkern in den Zug, bevor alle, die aussteigen wollen, den Zug verlassen haben, sie blockieren Türen, weil sie noch auf jemanden warten, 50 Leute nutzen eine Tür, statt sich auf mehrere Türen aufzuteilen und, und, und.
Das kostet leider alles recht viel Zeit und ist unter anderem mit dieser "Verzögerung im Betriebsablauf" gemeint.

Was in letzter Zeit stark vermehrt auftritt und die Fahrzeiten der Züge über den Haufen schmeißen, sind Personen oder Kinder am, bzw. Im Gleis.
Das bedeutet, dass Züge nur sehr langsam oder gar nicht fahren, damit niemand zu Schaden kommt.

Das sorgt natürlich dafür, dass die vorgegebenen Zeiten nicht eingehalten werden können und ist für alle Beteiligten sehr ärgerlich.
Ebenfalls eine Verspätungsquelle ist der Mischverkehr.
Hier in Deutschland teilen sich Fernverkehrszüge das Netz bis auf einige Ausnahmen mit dem Nah- und Güterverkehr.

Im besten Falle ist alles pünktlich und es passt. Die Fahrpläne sind so ausgelegt, dass
sich die Züge nicht behindern. Allerdings klappt das nicht immer. Nehmen wir als Beispiel den Essener Hbf. Das Ruhgebiet ist ein Ballungsraum, wo viele Züge in einem relativ geringen zeitlichen Abstand fahren.

Wenn der RE1 von Hamm nach Aachen den Essener Hbf statt wie geplant zur Minute 09 abfährt, sondern erst um 12 oder 13, ist der ICE, der um 15 abfährt blockiert und fährt unmittelbar hinter dem RE1, der noch einen Halt mehr hat, als der ICE.
Folge davon ist, dass der ICE Duisburg Hbf mit ein paar Minuten Verspätung erreicht. Auch das ist ärgerlich, ist aber kaum zu ändern, denn die Zugdichte im Ruhrgebiet ist immens.
Auch die Witterung ist ein Grund, warum es manchmal nicht so richtig rund läuft.

Beispielsweise im Herbst gibt es oft das Problem, dass sich bedingt durch Laub und hoher Luftfeuchtigkeit ein Schmierfilm auf den Schienenköpfen bildet. Das sorgt dafür, dass die Räder beim Anfahren sehr schnell durchdrehen (bei der Bahn "Schleudern" genannt) und beim Bremsen sehr schnell blockieren (bei der Bahn "Gleiten" genannt). Deswegen muss dann früher und weniger kräftig gebremst und behutsamer angefahren werden. Das sorgt natürlich dafür, dass der Fahrplan schnell mal nicht eingehalten werden kann. Man kann den Fahrplan allerdings nicht anpassen, weil Wetter nun mal sehr wechselhaft ist.
Und dann gibt es noch Störungen oder externe Einflüsse, die den Betrieb aufhalten.

Streckensperrungen und Umleitungen nach Personenunfällen, defekte Fahrzeuge, defekte Weichen oder Signale, polizeiliche Anweisung und, und, und... Die Liste ist sehr lang und sorgt dafür, dass oft nicht alles nach Plan läuft.
 
Niemand freut sich über Verspätungen. Lokführer und Zugbegleiter kommen nicht pünktlich in den wohl verdienten Feierabend, Fahrgäste nicht pünktlich ans Ziel und Disponenten telefonieren sich die Ohrmuschel heiß.

Verspätungen lassen sich allerdings nicht verhindern. Deswegen sollten wir versuchen, es mit Humor zu nehmen und uns nicht unentwegt darüber aufregen.
Es sei versichert, dass wir Eisenbahner uns jeden Tag den Allerwertesten aufreißen, damit ihr möglichst zügig und vor allem SICHER ans Ziel kommt.

Ich hoffe, dass dieser ganz kleine Einblick vielleicht die ein oder andere Frage geklärt hat.
Bis dahin