Was will der eigentlich?!

Jay Nightwind | 11.01.16 | / / |
Ich bin oft enttäuscht. Erst von meinem Umfeld, meinem Team. Der Blog ist lange nicht mehr meine Solo-Show, weil ich da auch keinen Bock drauf habe. Andere Menschen sind der Kracher. Auf was für die Ideen die kommen, was die zu erzählen haben, da geht mir das Herz und der Geist auf; das inspiriert mich. Weil ich mich identifizieren kann, weil ich mich nicht indentifizieren kann, weil ich mich daran was Menschen erzählen reflektieren kann. Ich hab Bock auf euch und eure Geschichten, Bilder, Filme, Töne, Lächeln, was auch immer ihr geben könnt: Ich will es. Aber ich bekomm es nicht. Und dann bin ich enttäuscht.

Aber nie lange. Ich bin zu gierig. Neugierig. "Stillstand ist der Tod, geh voran bleibt alles anders.", meinte der eine Hoschi aus Bochum und "Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran." wirkt zu hochtrabend, ist aber emotional meine Bewegungsrichtung. Und damit es voran geht, brauch ich mehr, als ich schon habe, aber nicht Besitz, der ist nur schwer und hält auf. Gedanken, die sind es. Die will ich. Am besten alle. Mein Herz schlägt im Kopf und so lang der Puls rast bin ich am Leben. Aber ich bekomm es nicht immer und dann bin ich enttäuscht.

Es ist naiv - nein, lasst mich das positive Wort dafür verwenden: Es ist idealistisch, zu hoffen, dass alle hier mit dem Selben Gefühl ans Schreiben, Bloggen, Produzieren heran gehen wie ich. Das ist nicht so richtig klug, wie solltet ihr? Ihr habt nicht meine Biografie, nicht meine Arroganz – Nein, lasst mich das positive Wort dafür verwenden: Ihr habt nicht meinen Stolz und ich kann ihn euch nicht von Außen installieren. Also, schon, aber dann fühlt ihr ihn nicht. Ich kann ihn euch zeigen, aber er liegt recht weit oben im Regal, daher sehen Menschen oft hochnäsig aus, wenn sie ihn sich angucken. Aber das liegt nur daran, dass er wächst, wenn ihr ihn pflegt. Und wie groß kann er erstmal werden, wenn wir unsere kleinen Erfolge zu einem Stolz zusammen aufhäufen?

Was will ich denn eigentlich? Einen lebendigen Blog, mit dieser besten aller Energiequellen, mit der nachhaltigsten Netzauslastung: Synergie! Und vielleicht liege ich falsch, aber ein energiepolitisches Problem ist es in unserem Blog nämlich auch:

Ich bin ein Kohlekraftwerk, welches bisher die Leistung für den Großteil des Blogs erbringen musste und das auch gut leisten konnte. Die Umstellung auf erneuerbare Energie ist dringend notwendig, aber der Netzausbau braucht Zeit. Ihr, meine heißgeliebten großartigen Windräder – Für die nicht so Metapherbegeisterten, ich meine die anderen Menschen, welche für den Blog schreiben, ihn im Forum besprechen oder auch als Kommentatoren antreiben – ihr befürchtet vielleicht, nicht ausreichend Leistung zu bringen, aber da könnt ihr reinwachsen! Und keiner von euch muss es alleine schaffen. Wenn wir die Energienbündeln, können wir mich auf Nachhaltigkeit umstellen und gemeinsam ein sauberes Netz schaffen, ja vielleicht sogar Energie in unsere Reserven spülen.

Und jetzt meine Liebsten: Raus in die Welt, Finger befeuchten und den Wind einfangen!

Kommentare:

  1. Liebster Jan,
    Ich finde es wunderschön, dass du diese Zweifel (das ist es nicht, aber ich finde gerade kein anderes Wort- dieses Gefühl?) mit uns teilst und ich sehe ja selbst, wieviel Energie in dir steckt und wie gern du Steckdose spielst und wie gern du Leitungen und Kabel verlegst und bin viel zu oft erschüttert davon, weil ich die Motivationen vielleicht gehört habe, aber selbst natürlich andere habe bzw. deine nicht nachempfinden kann.
    Ich zu meinem Teil freue mich, wenn denn die Tage bald kommen sollten, auf mein Post-Abizeit, nicht nur weil ich dann einfach das Team menschlich inhalieren möchte, sondern auch ganz sicher, das weiß ich einfach, weil da zu viele Gedanken sind, die geschrieben werden wollen und zu wenig Zeit und innerer Drang und äußere Antriebe, mehr beitragen werde. Ob als Kommentator oder Schreiberling.
    Ich wünsche mir, dass diese Enttäuschung sich nicht zu oft breit macht, verhindert werden kann sie vielleicht nicht, sollte sie vielleicht nicht, denn Enttäuschung bedeutet auch Erwartung und Erwartungen sind der erste Schritt zur Formulierung von Zielen- und die sind wichtig.
    Mit ist es momentan wichtig zu beobachten, eigene Scheu darüber zu verlieren und vorallem mich daran zu erfreuen, dass ich weiß, dass es eine Plattform gibt, die guten Menschen ermöglicht ihre Sachen einfach mal in den (digitalen und auch greifbaren bestenfalls dann) Raum zu stellen.
    Du bist nicht nur ein Kraftwerk, du bist auch ein Speicher und hier kriege ich das Gefühl, dass kein Game Over existiert. Das tut gut und schätze ich sehr und es tut mir weh, nicht so viel Spielzeit aufzubringen, wie ich gerne würde(tatsächlich überträgt sich das 1:1 auf meine Konsolen-Qualitytime. Zu wenig, obwohl es mich glücklich macht.).
    Was ich aber sagen will ist: behalt den Idealismus bei, ohne ihn steht die Welt still- dasselbe gilt für den Blog und all deine Projekte und Ideen und was du nicht alles befeuerst.

    Liebe Grüße,
    Miedya

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  2. Hey Jay,

    Ich würde jetzt gerne sagen: "Das ist normal, das ist der Lauf der Dinge", aber du hast Recht. Das ist er nicht. Nicht, wenn der große Anschieber wieder auf den Tisch haut.

    Danke Mann. Ich glaube, das habe ich mal wieder gebraucht.

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    1. Ich freue mich, wenn der Funke überspringt!

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